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Mehrwertsteuer in Finnland

Arvonlisävero (ALV)

Finnland – auch oft als “Land der tausend Seen” bezeichnet – ist eines der nördlichsten Länder der Erde. Das relativ raue Klima und die bergige Landschaft im Norden des Landes sind der Grund dafür, warum hauptsächlich der südliche Teil bevölkert ist. Das Land grenzt im Westen an Schweden, im Norden an Norwegen, im Osten an Russland und im Süden an die Ostsee. Finnland war bis weit ins 20. Jahrhundert eines der ärmsten Länder in Europa. Erst nach dem Ende des zweiten Weltkrieges wurde die Industrialisierung vorangetrieben, was allerdings mit der Auflösung der damaligen Sowjetunion zum Stillstand kam. Da Russland ein Haupthandelspartner von großer Bedeutung war, mussten sich zahlreiche Industriezweige neu orientieren. Mit dem Beitritt in die EU im Jahr 1995 konnte Finnland seine neu ausgerichtete Wirtschaft weiter stabilisieren.

Das Mehrwertsteuersystem wurde im Jahr 1994 erstmals eingeführt und bereits kurze Zeit später, im Juli 1995, erfolgte eine Umstellung auf die europäischen Standards. In der Landessprache wird sie als “Arvonlisävero” bezeichnet und mit ALV abgekürzt. Schon mit der Einführung wurde ein sehr hoher Satz von 22% angesetzt, der 2013 das letzte Mal erhöht wurde, so dass zur Zeit ein Mehrwertsteuersatz von 24% gilt. Daneben gibt es in Finnland noch zwei ermäßigte Sätze von derzeit 14% und 10%. Außerdem findet auch der Null-Satz Anwendung.

  • Der Zwischensteuersatz von 14% wird zum Beispiel angewendet für:
    • Lebensmittel
    • öffentlicher Verkehr
  • Mit 10% ermäßigt besteuert werden zum Beispiel:
    • Arzneimittel
    • Bücher
    • kulturelle Veranstaltungen
    • Kleidung
    • Hotelübernachtungen

Der Null-Satz findet bei Zeitschriften- und Zeitungsabonements Anwendung. Außerdem gilt er für Sozialleistungen, medizinische Betreuung, Lotterie- und andere Geldgewinnspiele, für Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, sowie für Schiffe und für Goldverkauf.

Die Umsatzsteuer wird auf alle Dienstleistungen und Verkäufe, sowie auf alle Einfuhren erhoben. Unternehmer haben die Umsatzsteuererklärung jeweils monatlich abzugeben, und den entsprechenden Betrag zu bezahlen. Bereits ab einem Jahresumsatz von 8500 EURO besteht die Verpflichtung zur Abgabe dieser Erklärung.

Für den internationalen Warenverkehr in der EU benötigt man in Finnland, wie in allen innergemeinschaftlichen Ländern, die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. In Finnland wird diese als “Y-tunnus” bezeichnet, in der Landessprache “Arvonlisâverorekisterointinumero” benannt und mit ALV-NRO abgekürzt. Die Nummer besteht aus dem Landeskürzel FI und einem Block mit acht Ziffern. Innerhalb der EU ist es üblich, dass der Absender die Rechnung an den Empfänger nur mit dem Netto-Betrag ausstellt. Notwendig für diese “Steuervereinfachung” ist, dass dem Absender die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des Empfängers bekannt ist. Dadurch hat sich der Absender vergewissert, dass der Empfänger ein steuerpflichtiges Unternehmen in dem jeweiligen Land betreibt, und somit die Umsatzsteuer abführt. Der Empfänger dagegen hat in seiner Umsatzsteuererklärung zwar die Umsatzsteuer für die eingeführt Ware zu erklären, allerdings kann er diese wieder als Vorsteuer abziehen, so dass auch ihm keine steuerliche Belastung entsteht.

Interessant dürfte auch sein, dass Unternehmer, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Umsatzsteuer in Finnland bezahlt haben, diese vom finnischen Finanzamt wieder zurückerstattet bekommen. Darunter fallen zum Beispiel Seminarkosten, Messekosten, Kosten für die Unterkunft, aber auch Beförderungskosten, Mietwagen und Treibstoffkosten.

In den letzten Jahren hat sich auch der Automarkt in Finnland verändert. Immer häufiger kommt es vor, dass zum Beispiel Deutsche ihren Neuwagen in Finnland kaufen. Dafür spricht, dass sowohl die Mehrwertsteuer als auch die Autosteuer nicht anfällt. Sollte der Autohändler diese trotzdem berechnen erhält man den Betrag vom finnischen Finanzamt wieder zurück. Beachten sollte man bei dem Preisvergleich allerdings, dass die Mehrwertsteuer des Empfängerlandes anfällt.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Stark ermäßigter Satz
01.01.1995 – 31.12.1997 22,0% 17,0% / 12,0% 6,0%
01.01.1998 – 31.09.2009 22,0% 17,0% 8,0%
01.10.2009 – 30.06.2010 22,0% 12,0% 8,0%
01.07.2010 – 31.12.2012 23,0% 13,0% 9,0%
seit 01.01.2013 24,0% 14,0% 10,0%

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Gedruckt am Dienstag, den 19.09.2017 .

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