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04.06.2012 - 11:00
Böser Angriff auf britisches Nationalgericht – Pasties sollen versteuert werden

Dass in Zeiten der Wirtschaftskrise den Politikern nichts heilig ist, wurden in den letzten Jahren von diesen bereits des Öfteren bewiesen. Jetzt gibt es einen neuen erschütternden Fall aus Großbritannien: Die geliebten Pasties, die ein Nationalgericht sind, sollen versteuert werden, und zwar mit einem Steuersatz von 20 Prozent.

Die mit Fleisch oder Gemüse gefüllten Teigtaschen wurden einst für die armen Bergleute in Cornwall geschaffen. Sie sind fettig und Gourmets bezeichnen sie als Wackersteine im Magen, trotzdem traten die Cornish Pasties, wie sie eigentlich heißen, ihren Siegeszug über die Insel an. Überall werden sie in Massen verzehrt, ganz gleich, ob vom einfachen Arbeiter oder vom VIP. Bisher war der Genuss steuerfrei. Nach Willen des Finanzministers George Osborne soll das aber nicht so bleiben.

Osborne schnürt derzeit ein Sparpaket nach dem anderen für Großbritannien. An allen Ecken und Enden fehlt das Geld. Da ist man stets auf der Suche nach neuen Ideen. Die oben genannten Cornish Pasties sowie eine Reihe anderer Snacks wie beispielsweise Pasteten oder eingebackene Würstchen waren bisher von der Mehrwertsteuer verschont geblieben. Ein gefundenes Fressen für den Finanzminister. Hier geht doch noch etwas, und zwar die Versteuerung mit dem üblichen Mehrwertsteuersatz von 20 Prozent.

Schnell regte sich Unmut in den eigenen Reihen und unter den Bürgern. Ein regelrechter Volksaufstand nahm seinen Lauf. Im Internet wurden die berüchtigten ‘Shitstorms’ gegen den konservativen Politiker losgetreten. Ein Blogger aus einer bekannten Pasty-Hochburg sprach von Dreistigkeit und der Gefährdung von Hunderten von Jobs. Sogar die „Sun“ machte mobil und brachte eine Petition gegen die Steuerpläne an den Start.

Osborne, der oftmals als abgehobener Oxford-Schnösel ohne Kontakt zum gemeinem Volk bezeichnet wird, war einmal mehr der Buhmann. Auf vehemente Nachfragen der oppositionellen Labour-Abgeordneten gab der Politiker zu, dass er keine Erinnerung daran habe, wann zuletzt Pasties auf seinem Speiseplan standen.

Doch nun lenkte Osborne zumindest teilweise ein. Snacks, die nach ihrer Zubereitung abkühlen – also auch Pasties –, bleiben von der Mehrwertsteuer befreit. Warmgehaltene Speisen hingegen werden mit 20 Prozent versteuert. Als Grund wird auf die Steuergerechtigkeit verwiesen. Die allseits beliebten Fish and Chips an Imbissständen werden schon lange versteuert. Andersherum konnten aber Supermärkte und Bäckereien warme Backspezialitäten mehrwertsteuerfrei verkaufen. Die Lösung ist für die Pasties-Freunde nicht zufriedenstellend. Kalt schmeckt die Teigtasche nur halb so gut. Zumindest wurde nach Meinung der Politiker der Steuergerechtigkeit Genüge getan.

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