S

hallo

Sprungnavigation

Direkt zum Inhalt, zur Hauptnavigation, zur Unternavigation, zur Suche

Hauptnavigation

Das Informationsportal zum
Thema Umsatzsteuer aus
aller Welt.

08.01.2013 - 08:37
Für Schwimm- und Aquafitness-Kurse fällt Umsatzsteuer an

Das Finanzgericht Münster musste sich unlängst mit einem inzwischen fast schon zum Alltag gewordenen Sachverhalt befassen: Wann wird Sport als Heilbehandlung angesehen und ist somit von der Umsatzsteuer befreit und wann nicht?

Im vorliegenden Verfahren klagte eine Physiotherapeutin, die gleichzeitig eine private Schwimmschule betrieb. Ihr Angebot umfasste Baby- und Kleinkinderschwimmkurse sowie Schwimmunterricht für Erwachsene und Kinder. Zusätzlich mietete sie ein Schwimmbecken in einem Gesundheitszentrum an, um dort Aquafitness-Kurse anbieten zu können. Teilweise übernahm die Therapeutin selbst die Durchführung der Kurse, teilweise wurden sie von einem Sportlehrer gegeben.

Die Erlöse aus den Aquafitness-Kursen wurden von der Klägerin in den Umsatzsteuervoranmeldungen sowie den Steuererklärungen als unversteuerte Einnahmen angegeben, die restlichen Kurse versteuerte sie mit dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von sieben Prozent. Damit war das zuständige Finanzamt nicht einverstanden und das Finanzgericht in Münster schloss sich der Meinung von diesem an.

Speziell die Aquafitness-Kurse sind, trotz der Anerkennung als Präventionsmaßnahmen bei den Krankenkassen, keine Heilbehandlungen im Rahmen der Humanmedizin und demgemäß im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG). Die Grundlage über eine Entscheidung zur Steuerfreiheit von Leistungen bildet der § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG. Hier lassen sich die geltenden Vorschriften genau nachlesen. Außerdem schreibt die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes vor, dass ein Unternehmer mit der notwendigen Berufsqualifikation die Heilbehandlung durchführen muss. Da die Klägerin keine Betreiberin eines Schwimmbades ist, kommt auch eine ermäßigte Besteuerung nicht infrage.

Der klagenden Physiotherapeutin wurde vom Münsteraner Finanzgericht die Möglichkeit zur Revision am Bundesfinanzhof eingeräumt, große Chancen dürfte sie dort aber kaum haben. Im November 2011 hatten die Richter dort über einen gleichgearteten Fall zu entscheiden. Damals ging es um einen Lehrer, der nebenbei ebenfalls eine private Schwimmschule unterhielt. Das dazugehörige Urteil mit dem Aktenzeichen 15 K 1041/08 U gibt Aufschluss darüber, weshalb die Physiotherapeutin mit einer Klage beim obersten Finanzgericht wohl kaum Erfolg haben wird. In der letzten Zeit wurde über derartige Rechtsstreitigkeiten zur Genüge entschieden.

< Staat hat Steuermehreinnahmen in Milliardenhöhe dank Strompreiserhöhung  |  « Zurück zur Übersicht »  |  Vor der Bundestagswahl kommt keine Reform der Umsatzsteuer >

Die URL dieser Seite ist: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/news/fuer-schwimm--und-aquafitness-kurse-faellt-umsatzsteuer-an.html
Gedruckt am Donnerstag, den 30.03.2017 .

Alle Informationen wurden nach besten Wissen erstellt.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden.

Die Texte und Grafiken auf www.die-mehrwertsteuer.de sind urheberlich geschützt.
Jede Vervielfältigung bedarf der schriftlichen Genehmigung durch uns.
Beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/nutzungsbedingungen.html

© Copyright by FRASUDIA UG (haftungsbeschränkt) | www.die-mehrwertsteuer.de


Notizen: