S

hallo

Sprungnavigation

Direkt zum Inhalt, zur Hauptnavigation, zur Unternavigation, zur Suche

Hauptnavigation

Das Informationsportal zum
Thema Umsatzsteuer aus
aller Welt.

18.12.2011 - 22:29
Italien streitet über Mehrwertsteuer

Der italienische Wirtschaftsminister Giulio Tremonti hat derzeit einen extrem schweren Stand in der eigenen Regierung. Er muss handeln, wenn die finanziell prekäre Lage des Landes entschärft werden soll. Dazu gehören einerseits Einsparungen in großem Umfang. Andererseits müssen neue Einnahmequellen für den Staat aufgetan werden. Tremonti möchte zur Konsolidierung des Staatshaushaltes gern eine „Euro-Steuer“ einführen. Sie soll zwischen fünf und zehn Prozent betragen und von den Besserverdienenden erhoben werden, deren Einkommen eine Grenze von 90.000 Euro im Jahr überschreitet. Außerdem möchte er an den Börsengewinnen und an den Kapitalerträgen ein wenig mit kassieren. Dazu gehört auch die Steuer auf Wohneigentum, die es bis 2008 in Italien schon einmal gegeben hat.

Doch Regierungschef Berlusconi stemmt sich massiv gegen die Pläne seines Wirtschaftsministers. Berlusconi bevorzugt eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Sie sollte nach seiner Meinung ein Prozent betragen und könnte dem Staat pro Jahr um die neun Milliarden Euro in die Kassen spülen. Tremonti lehnt diese Lösung ab, weil sie die ohnehin schwache Konjunktur des Landes noch mehr drücken könnte. Er muss sich inzwischen sogar gegen Gegner aus den eigenen Reihen wehren, die eine Ablehnung seiner „Notverordnung“ bereits angekündigt haben.

Von Rechts gibt es Kritik an den Kürzungen bei den Pensionen. Sie möchten dann doch lieber eine Vermögenssteuer haben. Links orientierte italienische Politiker stellen sich ebenfalls gegen Kürzungen bei den Sozialabgaben und schlagen als Alternative eine Reduzierung der Ausgaben für militärische Zwecke und die Einführung einer „Reichensteuer“ vor. Auch über eine Verstaatlichung von Banken wird hier heftig diskutiert. Dieser Meinung sind die Spitzen der „Rifondazione Comunista“, einer alteingesessenen Linkspartei des Landes.

Fakt ist, dass die italienische Regierung handeln muss. Und das möglichst schnell. Die Rettungsschirme der EU können nicht dauerhaft weiter geführt werden, denn das können sich auch die finanziell besser aufgestellten europäischen Länder nicht leisten. Wie am Ende der Balanceakt zwischen dem Zwang zu erhöhten Einnahmen und der Beachtung der Erfordernisse der konjunkturellen Entwicklung ausfällt, kann derzeit nur abgewartet werden.

< Einführung der elektronischen Lohnsteuerkarte wurde endgültig auf 2013 verlegt  |  « Zurück zur Übersicht »  |  EU will keine umweltfreundliche Mehrwertsteuer >

Die URL dieser Seite ist: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/news/italien-streitet-ueber-mehrwertsteuer.html
Gedruckt am Dienstag, den 25.07.2017 .

Alle Informationen wurden nach besten Wissen erstellt.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden.

Die Texte und Grafiken auf www.die-mehrwertsteuer.de sind urheberlich geschützt.
Jede Vervielfältigung bedarf der schriftlichen Genehmigung durch uns.
Beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/nutzungsbedingungen.html

© Copyright by FRASUDIA UG (haftungsbeschränkt) | www.die-mehrwertsteuer.de


Notizen: