S

hallo

Sprungnavigation

Direkt zum Inhalt, zur Hauptnavigation, zur Unternavigation, zur Suche

Hauptnavigation

Das Informationsportal zum
Thema Umsatzsteuer aus
aller Welt.

20.06.2012 - 14:48
Wurde bei der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel bei ausländischen Versandapotheken getrickst?

Der Europäische Versandapothekenverband EAMSP muss sich mit Verdächtigungen herumschlagen, wonach bei der Umsatzsteuer von seinen Mitgliedern kräftig getrickst worden sein soll. Insgesamt hat der Verband sieben davon: Die Wellsana-Apotheke, DocMorris und die Europa Apotheek haben ihren Sitz in den Niederlanden, iLekaren in der Slowakei sowie Sanicare, Apotal und Zur Rose in Deutschland. Jens Spahn (CDU) als gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion erhebt nun gegen den EAMSP Vorwürfe, dass von diesem das deutsche Steuerrecht umgangen wird. Hauptsächlich die Aktion „Vorteil24“ ist Spahn ein Dorn im Auge. Er sprach sogar von windigen Machenschaften.

Am vergangenen Montag war der Verband zu einer öffentlichen Anhörung geladen. Thema derselben war der Gesetzentwurf zur Neugestaltung des Arzneimittelrechts. Der EAMSP wurde dazu befragt, weil unter anderem die Einbeziehung von ausländischen Versandapotheken, welche einen Versand nach Deutschland anbieten, in die deutsche Arzneimittelpreisverordnung vorgesehen ist. Die Anhörung wollte man gleichzeitig zu einer Stellungnahme zu den Vorwürfen nutzen. Diese betreffen größtenteils die Montanus-Apotheke mit Sitz in den Niederlanden, die zudem nicht einmal über den EAMSP organisiert ist.

Eine Stellungnahme zum Sachverhalt gab der juristische Berater des Verbandes, Rechtsanwalt Thomas J. Diekmann, ab. Er vertrat einst das Unternehmen DocMorris vor dem Europäischen Gerichtshof im Verfahren zum deutschen Fremdbesitzverbot. Zum aktuellen Vorwurf sagte Diekmann, dass die Umsatzsteuerzahlung in Unabhängigkeit davon erfolge, ob die Rechnung direkt auf den Kunden ausgestellt wird oder die Kosten für das Apothekenprodukt von einer gesetzlichen beziehungsweise privaten Krankenversicherung getragen werden. Die Versandapotheken zahlen alle gesetzlich geforderten Steuern und Beiträge. Damit tragen sie zum Gemeinwohl bei wie alle anderen Apotheken in Deutschland. Von einer wissentlichen Umgehung der steuerrechtlichen Vorschriften kann nicht gesprochen werden.

Weiter betonte Diekmann, dass alle gewährten Rabatte und Boni ausschließlich der Gewinnmarge zugerechnet werden und nicht die Finanzämter belasten. Für den Erhalt der Boni machte sich der Verband während der Anhörung in Berlin stark. Sie würden nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn sich die Versandapotheken der Arzneimittelpreisverordnung beugen müssten. Die Folgen für die Patienten sieht der EAMPS in dem Verlorengehen von Wahl- und Kosteneinsparmöglichkeiten. Die geplante Gesetzesänderung ist laut Verband unnötig und unverhältnismäßig. Besonders betroffen davon seien chronisch und Schwerkranke.

< EU-Kommission ist der Einführung einer Transaktionssteuer nicht abgeneigt  |  « Zurück zur Übersicht »  |  Spanien wird die Forderungen des IWF vorerst nicht realisieren >

Die URL dieser Seite ist: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/news/wurde-bei-der-mehrwertsteuer-auf-arzneimittel-bei-auslaendischen-versandapotheken-getrickst.html
Gedruckt am Sonntag, den 28.05.2017 .

Alle Informationen wurden nach besten Wissen erstellt.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden.

Die Texte und Grafiken auf www.die-mehrwertsteuer.de sind urheberlich geschützt.
Jede Vervielfältigung bedarf der schriftlichen Genehmigung durch uns.
Beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/nutzungsbedingungen.html

© Copyright by FRASUDIA UG (haftungsbeschränkt) | www.die-mehrwertsteuer.de


Notizen: