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Mehrwertsteuer in Andorra

Impost indirecte sobre la prestació de serveis empresarials i professionals (ISI)

Impost indirecte sobre la producció interna (IPI)

Impost indirecte sobre les activitats comercials (IAC)

Das kleine Land Andorra liegt in den Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich und wird durch seiner Größe von etwas 480 km² als Zwergenstaat bezeichnet. Andorra wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet, erhielt allerdings erst 1981 seine Unabhängigkeit. Eine große Besonderheit weisen die Staatsoberhäupter auf – Andorra wird vom französischen Staatsoberhaupt sowie von einem spanischen Bischof regiert. Diese Mischung setzt sich sowohl in der Bevölkerung als auch in der Sprache fort. Obwohl die Amtssprache Katalanisch ist, sprechen nur etwas mehr als die Hälfte der 83.000 Einwohner diese Sprache. Auch die andorranische Staatsbürgerschaft besitzen nur etwa ein Drittel der Bewohner, die anderen sind vorwiegend spanisch, portugiesisch und französisch.

Obwohl Andorra durch seine gebirgige Lage schwierige Voraussetzung für eine landwirtschaftliche Nutzung hat, war dies lange Zeit der größte wirtschaftliche Zweig. Mittlerweile hat sich das sehr geändert. Der Dienstleistungssektor stellt mit einem Anteil von etwa 80% die größte Einnahmequelle dar. Der Tourismus boomt insbesondere im Bereich des Wintersports, so dass jährlich etwa 12 Millionen Besucher begrüßt werden können. Die Industrie nimmt mit nur 17% einen relativ geringen Anteil ein, wobei das Bestreben dahin geht, dass sich leistungsstarke Betriebe in Andorra niederlassen.

Die Mehrwertsteuer – oder besser gesagt, eine indirekte Steuer, ähnlich der Mehrwertsteuer – wurde erst zum 01.01.2006 eingeführt. Sie wird unter drei verschiedenen Steuerarten geführt. Die Steuer auf Dienstleistungen von Unternehmen und Freiberuflern wird mit ISI abgekürzt. Auf interne Produktionen wird die “Impost indirecte sobre la producció interna”, abgekürzt IPI erhoben, und für kommerzielle Aktivitäten muss die IAC, also “Impost indirecte sobre les activitats comercials” berechnet werden. Die Höhe ist mit 4% immer gleich, nur die Bezeichnung ist unterschiedlich. Um die steuerliche Belastung nicht zu hoch anzusetzen, wurden verschiedene Leistungen befreit.

  • Dazu zählen zum Beispiel:
    • Gesundheitsdienste, Krankenhäuser, Krankentransporte
    • soziale Dienstleistungen
    • Erziehung und Bildung
    • kulturelle und sportliche Aktivitäten
    • Mietwohnungen
    • Lebensmittel
    • Stromverbrauch
    • Telefon
    • Postdienst
    • bestimmte Tageszeitungen

Nicht nur die Umsatzsteuer, auch andere Steuerarten sind in Andorra geradezu paradiesisch niedrig. Da das Land zwar Handelsabkommen mit den EU-Staaten hat, selbst allerdings kein Mitglied ist, kann es hinsichtlich der Einkommens- oder Kapitalertragssteuer frei entscheiden. Andorra hat sich in diesen Bereichen für eine völlige Steuerfreiheit entschieden, und bietet daher insbesondere im Bankenwesen interessante Möglichkeiten.

Der Staatshaushalt stellt sich allerdings nicht so positiv dar, wie es die Steuergeschenke vermuten lassen. Auch die Außenhandelsbilanz weißt seit Jahren ein Defizit auf, was vor allem auf einen hohen Bedarf als Importgütern aber einem relativ geringen Umfang an Exportwaren zurückzuführen ist.

Eine noch zu erwähnende Besonderheit stellt die Währung dar. Da bis 2001 die französischen Franc und spanischen Peseta die gültigen Zahlungsmittel waren, diese jedoch durch den Euro ersetzt wurden, musste Andorra eine eigene Währung einführen. Diese Währung wird als Dinar bezeichnet und hat sich lediglich bei Münzsammlern durchgesetzt. Zwar werden inländische Beträge meist in Dinar und in Euro dargestellt, tatsächlich werden aber so gut wie alle Zahlungen in Euro durchgeführt.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz
Seit 01.01.2006 4,0%

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Gedruckt am Donnerstag, den 19.10.2017 .

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