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Umsatzsteuer in Bulgarien

Danak Dobavena Stojnost (DDS)

In Bulgarien wurden in den letzten drei Jahrzehnten erhebliche Veränderungen in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Finanzen vollzogen. In dem ehemaliges Ostblockstaat wurde die Wende von einem kommunistischen zu einem demokratischen Land mit den freien Wahlen im Jahr 1990 erreicht. Seither wurde das Land grundlegend reformiert und erreichte 17 Jahre später – also 2007 – die Aufnahme in die EU. Bereits seit 2004 war das Land NATO-Mitglied.

Diese erhebliche Wandlung hatten natürlich auch eine grundlegende Neufestlegung der steuerlichen Grundsätze zur Folge. In der jüngsten Geschichte war der Beitritt zur EU der Grund für die Veränderung der Umsatzsteuergesetze. Zwar gab es die Umsatzsteuer bereits seit dem Jahr 1994, allerdings war es notwendig, wie auch in allen EU-Ländern, die Richtlinien auf die EU-Standards zu bringen.

Das Steuersystem wird in Bulgarien in der Abgabenordnung aus dem Jahr 2007 geregelt. Seit 2007 gibt es dort den regulären Steuersatz von 20% und seit April 2011 einen ermäßigten Steuersatz von 9%.

Der ermäßigte Steuersatz wird allerdings in Bulgarien nur sehr vereinzelt angewendet, etwa bei Hotelübernachtungen, oder bei Renovierung von Privatwohnungen mit einem entsprechenden Mindestalter. Lebensmittel oder ähnliche Grundversorgungen, die in vielen EU-Staaten einer Ermäßigung unterliegen, werden in Bulgarien dagegen mit dem vollen Umsatzsteuersatz versteuert. Da die Umsatzsteuerlast im Inland von den Endverbrauchern getragen wird, bedurfte es gerade bei der doch sehr zahlreichen ärmeren Bevölkerungsschicht eine gewissen Umgewöhnungszeit.

  • Daneben gibt es die steuerfreien Leistungen. Darunter fallen zum Beispiel die
    • Leistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich
    • Leistungen von Banken
    • Leistungen von Versicherungsgesellschaften
    • vorübergehende Einfuhr
    • kulturellen Veranstaltungen
    • Leistungen im Zusammenhang mit Grundstücken

Für den EU-Binnenverkehr ist seit 2007 die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer notwendig. In der Landessprache wird sie “Dank dobawena stoinost” genannt und als DDS abgekürzt. Sie setzt sich zusammen aus den beiden Buchstaben: BG und einem Block von neun bzw. zehn Ziffern.

Liefert man also Ware nach Bulgarien, benötigt man als Nachweis, dass der Empfänger ein Unternehmer ist, und die Umsatzsteuer für die importierte Ware in Bulgarien abführt, diese Nummer. Nur mit dieser ist es möglich, die Umsatzsteuerschuld vom Absender auf den Empfänger zu übertragen. Bei Exporten aus Bulgarien, ist es im Gegenzug notwendig, die Umsatzsteuer-ID-Nr. des entsprechenden Empfängers zu erhalten. Nur mit dieser wird der Exporteur von der Verpflichtung entbunden, die Umsatzsteuer in Bulgarien abzuführen.

Mit einer der letzten Umsatzsteueränderung im Jahr 2010, wurde außerdem die Verpflichtung aufgehoben, nach der jeder Unternehmer, der sich in Bulgarien umsatzsteuerlich registrieren lassen muss, einen Fiskalvertreter benötigt. Gerade erfahrene Unternehmer, die bereits seit längerem geschäftliche Beziehungen zu Bulgarien pflegen, können davon profitieren. Für alle andere ist es wohl trotzdem empfehlenswert, sich entsprechende Unterstützung vor Ort zu holen. Gerade im Hinblick darauf, dass das Umsatzsteuerrecht im heutigen Sinne in Bulgarien noch sehr jung ist, herrschen oft rechtliche Unklarheiten, die geklärt werden müssen. Bei Warenlieferungen sind die EU-Bestimmungen im Umsatzsteuerrecht noch relativ einfach darzustellen, bei Dienstleistungen oder sonstigen Leistungen allerdings bedarf es oft einer konkreten Benennung des gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsortes, der die Steuerpflicht bzw. das Land, in dem der Umsatz zu versteuern ist, festlegt. Diese komplexen Zusammenhänge sind meist nur von Spezialisten im jeweiligen Land zu klären.

Darüber hinaus haben bulgarische Unternehmer, die in EU-Ländern Lieferung oder Leistungen beziehen, die dort bezahlte Umsatzsteuer im sogenannten Vorsteuer-Vergütungsverfahren unter bestimmten Voraussetzungen wieder zurückerhalten.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz
01.04.1994 – 30.06.1996 18,0%
01.07.1996 – 31.12.1998 22,0%
01.01.1999 – 31.12.2006 20,0%
01.01.2007 – 31.03.2011 20,0% 7,0%
seit 01.04.2011 20,0% 9,0%

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Gedruckt am Mittwoch, den 18.01.2017 .

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