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Umsatzsteuer in Estland

Käibemaks

Nach dem Wiedererlangen der Unabhängigkeit im Jahr 1991 hat Estland eine rasante und fortschrittliche Entwicklung durchgemacht. Zwar erscheint das Land, mit westlichen Standards gemessen, oft so, als wäre die Zeit dort stehen geblieben. Nun darf man bei einem Blick auf die Bauwerke, Industrie und dem allgemeinen Wohlstand, nicht vergessen, dass die kommunistischen Zeiten noch nicht so lange zurückliegen. Umso mehr, ist man erstaunt, dass bereits 2003, also nur 12 Jahre nachdem die ersten demokratischen Wahlen durchgeführt wurde, in Estland über den EU-Beitritt abgestimmt wurde, und nur ein Jahr später der Beitritt vollzogen wurde. Im Januar 2011 wurde auch der Euro als Währung eingeführt. Diese Tatsache beweist, dass sich Estland zu einer noch recht jungen, aber dennoch bereits zu einer wirtschaftlichen stabilen Nation entwickelt hat.

Die Umsatzsteuer erlebte seit der Einführung im Jahr 1994 fünf Veränderungen, so dass es zur Zeit den regelmäßigen Steuersatz von 20% und den ermäßigten Steuersatz von 9% gibt. Anders als in anderen EU-Staaten, unterliegen jedoch die Güter des täglichen Bedarfs, wie etwa Nahrungsmittel, nicht mit dem ermäßigten Steuersatz. Dadurch sind die Lebenshaltungskosten in Estland relativ hoch, was gerade der etwas ärmeren Bevölkerung schwer zu schaffen macht. Dagegen hat Estland ein relativ einfaches Steuersystem mit einem einheitlichen Steuersatzes auf die Einkommen eingeführt, so dass hier eine kleine Entlastung für die Bürger herbeigeführt wird.

  • Der ermäßigte Steuersatz wird nur bei sehr wenigen Waren und Dienstleistungen angewendet. Darunter fallen:
    • Arzneimittel
    • Bücher
    • Zeitungen
    • Hotelbuchungen

Daneben gibt es den Null-Satz, der allerdings im Binnenmarkt keine große Rolle spielt.

Die Mehrwertsteuer wird in der Landessprache als “Käibemaks” bezeichnet. Estnische Unternehmen haben die Umsatzsteuererklärungen einmal monatlich bis spätestens zum 20. des Folgemonats entweder in Papier- oder in elektronischer Form anzumelden. Die Steuer ist bis zu diesem Tag ebenfalls fällig.

Für internationale Geschäftsbeziehungen mit anderen EU-Staaten wird die estnische Umsatzsteuer-ID-Nummer benötigt, die in der Landessprache “Käibemaksukohustuslase registreerimisnumber” bezeichnet und mit KMKR-number” abgekürzt wird. Diese setzt sich zusammen aus den Landeskennzeichen EE und einem Block mit neun Ziffern. Die Nummer wird, wie im EU-Verkehr üblich, benötigt, um die Steuerlast vom Absender auf den Empfänger zu übertragen. Dadurch hat der Empfänger die Möglichkeit die Umsatzsteuer – als Zahlungspflichtiger – anzumelden, und gleichzeitig den Betrag als Vorsteuer geltend zu machen. Dadurch erscheint es, als ob die Waren und Dienstleistungen im EU-Binnemarkt nicht der Besteuerung unterliegen.

Ist ein ausländischer Unternehmer in Estland steuerpflichtig, so ist es nicht zwingend notwendig einen Fiskalvertreter zu benennen. Allerdings ist in solchen Fällen die Registrierung in Estland erforderlich. Dies kann zutreffen, wenn zum Beispiel ein Unternehmer aus den EU-Staaten eine Dienstleistung in Estland durchführt. Im Umsatzsteuergesetz wird festgeschrieben, wie der Leistungsort zu bestimmen ist. Ist der Leistungsort gesetzlich in Estland festgelegt, ist die Umsatzsteuer dort zu bezahlen. Für diejenigen, die nur gelegentlich solche geschäftliche Aktivitäten durchführen, dürfte es ratsam sein, sich einen steuerlichen Vertreter vor Ort zu suchen. Durch die sehr junge Zugehörigkeit zur EU, sind rechtliche Unsicherheiten noch sehr häufig.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz
1991 – 1993 10,0%
1993 – 2000 18,0%
2000 – 2008 18,0% 5,0 %
01.01.2009 – 30.06.2009 18,0% 9,0%
seit 01.07.2009 20,0% 9,0%

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Gedruckt am Sonntag, den 26.03.2017 .

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