Umsatzsteuer Estland

Käibemaks

So manchen einen Deutschen mag das ferne Baltikum mit seinen Ländern Estland, Lettland und Litauen unnahbar erscheinen und vielleicht auch etwas fremd. Denn hier im fernen Osten nahe Russland lebt eine eigene Kultur und man setzt gerade in Estland durchaus andere Prioritäten als in der westlichen Mentalität üblich sind. Fast scheint es so als wäre hier die Zeit etwas stehen geblieben und man fühlt sich angesichts des oftmals rauen Klimas in eine Epoche der vergangenen Zeit zurück gesetzt. All diese Aussagen sind dabei jedoch nicht von einem negativen Aspekt geprägt, sondern vielmehr erlebt man im Baltikum eine Lebensphilosophie die rau, aber herzlich und vor allem sehr interessant ist. Estland ist dabei das Land des Baltikums, welches gerade in der nahen Vergangenheit einen raschen und zielstrebigen Wandel erlebte und sich seit einiger Zeit eines sehr regen Zuspruches erfreut. So ist das Land jenseits des finnischen Meeres mit seinen endlosen Wäldern und seinem rauen Charme zum einen ein durchaus beliebtes Urlaubsziel, aber Estland nimmt zunehmend auch in wirtschaftlicher Hinsicht eine Bedeutung ein.

Denn das Land welches unter einer parlamentarischen Führung steht und mit der Hauptstadt Tallinn eine sehr aufregende und kulturell bedeutende Kulisse sein eigen nennt, ist seit der Russlandkrise im Jahr 2000 darauf bedacht, neue Grenzen in der Bruttoinlandsproduktion zu setzen und so ein neues Wirtschaftsmodel zu etablieren. Dieses neoliberale System, welches Estland gegenwärtig mit viel Erfolg in die Realität umsetzt, trägt dabei sowohl national als auch international satte Früchte und man kann nicht umhin zu sagen, dass Estland durchaus ein attraktiver EU Staat geworden ist. Dabei ist dieser Erfolg vor allem auf den wesentlichen Fortschritt in der Kommunikationstechnik zurück zu führen als auch in den erwähnenswerten landwirtschaftlichen Produktionen sowie der Holzindustrie. Dieses gekonnte Zusammenspiel der estländischen Wirtschaft hatte dabei in der Vergangenheit zur Folge, dass das kleine Land des Baltikums konsequent eine positive Staatbilanz verbucht und es laut estnischer Staatsverordnung sogar unakzeptabel ist, Schulden anzuhäufen.

Dieser Aspekt ist sicherlich mehr als interessant in Zeiten der Finanzkrise und hat das lobenswerte Resultat zur Folge, dass die estnische Bevölkerung eine durchweg kräftige Kaufkraft zur Verfügung hat. So kann man sagen, dass eine enorme prozentuale Mehrheit der rund 1,3 Millionen Menschen Estlands eigenständig ihren Lebensunterhalt bestreiten kann und im Hinblick auf das Finanzverhältnis durchaus im positiven EU-Schnitt etabliert ist. Dabei besitzt Estland jedoch einen Mehrwertsteuersatz der mitunter als immens angesehen werden kann. Seit dem Jahre 2009 gilt in Estland eine Einheitsbesteuerung von 20 bzw. 5 Prozent, wobei nahezu auf allen Artikel des täglichen Lebens die Besteuerung von 20 Prozent in Kraft tritt. So unterliegen Nahrungsmittel und Co einen Steuersatz von 20 Prozent, während auf Arzneimittel, Bücher, Zeitungen und Hotelbuchungen ein Steuersatz von fünf Prozent angewandt wird. Ausgeschlossen hiervon sind jedoch Zeitungen und Illustrierten mit erotischen Inhalt sowie Veröffentlichungen mit verstärkten Werbeaspekt. Die Umsatzsteuer wird in Estland Käibemaks genannt. Durch den EU Beitritt sind die Lebenskosten in Estland massiv angestiegen.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigtersatz
1991 – 1993 10,0%
1993 – 2000 18,0%
2000 – 30.06.2009 18,0% 5,0%
seit 01.07.2009 20,0% 5,0%


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Letzte Aktualisierung am: 21.10.2009

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