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Mehrwertsteuer in Irland

Value added tax (VAT)

Das Land Irland ist eine kleine Insel, nordwestlich von Großbritannien, mit einer Fläche von etwa 70.000 km³ und etwa 4,5 Millionen Einwohner. Die Landschaft ist bekannt für seine weiten Ebenen, die von sanften Hügeln und zahlreichen Seen unterbrochen werden. Das Klima kann schon als rauh bezeichnet werden, trotzdem war das Land bis in die 70er Jahre geprägt von der Landwirtschaft. Die Lebensumstände waren bis in die 60er Jahre sogar so schlecht, dass die Bevölkerungszahlen beständig sanken. Mit 2,8 Millionen Einwohner war 1960 der traurige Tiefpunkt erreicht. Zwar konnte man von da an bereits deutliche Aufwärtstrends erkenne, ein echter Wandel der Wirtschaft fand jedoch erst mit dem Beitritt in die EU im Jahr 1973 statt. Heute präsentiert sich Irland als modern ausgerichtete und technisch hoch entwickelte Nation. Gerade ausländische Investoren schätzen die steuerlichen Vorteile, so dass nicht nur aus den EU-Staaten, sondern auch aus den USA und den osteuropäischen Ländern in wirtschaftlicher Hinsicht nach Irland immigriert wird.

Die Mehrwertsteuer – in der Landessprache “Value added tax” kurz VAT bezeichnet – wurde in Irland erst Ende 1972 eingeführt und unterlag seither einer beständigen Veränderung. Bis ins Jahr 2011 wurden die Mehrwertsteuersätze 34 mal verändert. Begonnen mit einem Normalsteuersatz von 16,37% und vier weiteren Steuersätze führten die Änderungen zu dem seit Januar 2012 gültigen Steuersätzen von 23%, sowie den ermäßigten Sätzen von 4,8%, 9% und 13,5%. Der Zwischensteuersatz von 9% wurde erst mit Juli 2011 eingeführt, und befristet bis Dezember 2013. Darüber hinaus findet der Nullsatz für einige Waren Anwendung.

  • Der Nullsteuersatz wird zum Beispiel bei folgenden angewenden:
    • bei Büchern
    • bei bestimmten Nahrungsmittel und
    • bei Arzneimittel
  • Ermäßigt besteuert mit 13,5% werden zum Beispiel
    • bestimmte Nahrungsmittel
    • landwirtschaftliche Erzeugnisse
  • Der bis 2013 befristete Steuersatz von 9% findet Anwendung bei:
    • Zeitungen und Zeitschriften
    • kulturelle Veranstaltungen
    • Hotelbeherbergungen
    • Restaurantdienstleistungen

Der stark ermäßigte Steuersatz von 4,8% findet lediglich bei bestimmten Nahrungsmittel seine Anwendung. Finanz- und Versicherungs- sowie medizinische Dienstleistungen sind dagegen steuerfrei gestellt.

Für Unternehmer gelten einige Erleichterungen. So gibt es eine Kleinunternehmerregelung, nach der das Unternehmen die Option der Umsatzsteuerbefreiung wählen kann, sofern der Umsatz 51.000 EUR bei Lieferungen bzw. 25.000 Euro bei Dienstleistungen nicht übersteigt. Außerdem gelten verschiedene Regelungen, nach der die Steuerschuld vom Verkäufer auf den Käufer übertragen wird – eine sogenannte Steuerschuldumkehr. Ähnliche Gesetzgebungen gibt es auch in anderen Ländern, wie zum Beispiel in Deutschland.

Irland betreibt einen regen Außenhandel vor allem mit dem Nachbarland Großbritannien und den USA. Als weitere wichtige Handelspartner zählen Belgien, Deutschland, Frankreich und Spanien. Da die USA als Drittland gilt, unterliegen Ausfuhren dorthin nicht der irischen Mehrwertsteuer. Die anderen Länder hingegen gehören zum Gemeinschaftsgebiet, und unterliegen, gemäß der EUweiten Regelung, der Besteuerung im Inland. Um diese Besteuerung zu umgehen, benötigt man in Irland die “Value added tax identification no.” abgekürzt mit VAT-No”. Dabei handelt es sich um die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die in Irland aus dem Landeskennzeichen IE besteht und einem Block mit acht Zeichen (nicht ausschließlich Ziffern). Übliche Praxis ist, diese Nummer dem Absender mitzuteilen, so dass die Steuerschuld vom ausländischen Absender auf den inländischen Unternehmer übertragen wird.

Das rasante Wachstum in Irland in den letzten Jahrzehnten hat leider dazu geführt, dass die finanzielle Situation noch wenig stabilisiert war. Dadurch hat die weltweite Finanzkrise in den letzten Jahren das Land zu einer Rezession und auch zu einer Deflation geführt. Es wird wohl noch einige Jahre dauern, bis sich der Wohlstand, der bis zur Krise bereits bestanden hat, wieder im Land ausbreitet.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Erhöhter Satz Zwischen Satz
01.11.1972 – 02.09.1973 16,37% 1,0% / 5,26% 30,26% 11,11%
03.09.1973 – 29.02.1976 19,5% 1,0% / 6,75% 36,75% 11,11%
01.03.1976 – 28.02.1979 20,0% 10,0% 35,0% / 40,0%
01.03.1979 – 30.04.1980 20,0% 1,0% / 10,0%
01.05.1980 – 31.08.1981 25,0% 1,0% / 10,0%
01.09.1981 – 30.04.1982 25,0% 1,5% / 15,0%
01.05.1982 – 28.02.1983 30,0% 1,8% / 18,0%
01.03.1983 – 30.04.1983 35,0% 2,3% / 23,0%
01.05.1983 – 30.06.1983 23,0% / 35,0% 2,3% / 5,0% / 18,0%
01.07.1983 – 30.04.1984 23,0% / 35,0% 2,0% / 5,0% / 18,0%
01.05.1984 – 28.02.1985 23,0% / 35,0% 2,0% / 5,0% / 8,0% / 18,0%
01.03.1985 – 28.02.1986 23,0% 2,2% / 10,0%
01.03.1986 – 30.04.1987 25,0% 2,4% / 10,0%
01.05.1987 – 29.02.1988 25,0% 1,7% / 10,0%
01.03.1988 – 28.02.1989 25,0% 1,4% / 5,0% / 10,0%
01.03.1989 – 28.02.1990 25,0% 2,0% / 5,0% / 10,0%
01.03.1990 – 28.02.1991 23,0% 2,3% / 10,0%
01.03.1991 – 29.02.1992 21,0% 2,3% / 10,0% / 12,5%
01.03.1992 – 28.02.1993 21,0% 2,7% / 10,0% / 12,5% 16,0%
01.03.1993 – 31.12.1995 21,0% 2,5% 12,5%
01.01.1996 – 28.02.1997 21,0% 2,8% 12,5%
01.03.1997 – 28.02.1998 21,0% 3,3% 12,5%
01.03.1998 – 28.02.1999 21,0% 3,6% 12,5%
01.03.1999 – 29.02.2000 21,0% 4,0% 12,5%
01.03.2000 – 31.12.2000 21,0% 4,2% 12,5%
01.01.2001 – 28.02.2002 20,0% 4,3% 12,5%
01.03.2002 – 31.12.2002 21,0% 4,3% 12,5%
01.01.2003 – 31.12.2003 21,0% 4,3% 13,5%
01.01.2004 – 31.12.2004 21,0% 4,4% 13,5%
01.01.2005 – 30.11.2008 21,0% 4,8% 13,5%
01.12.2008 – 31.12.2009 21,5% 4,8% 13,5%
01.01.2010 – 30.06.2011 21,0% 4,8% 13,5%
01.07.2011 – 31.12.2011 21,0% 4,8% / 9,0% 13,5%
seit 01.01.2012 23,0% 4,8% / 9,0% 13,5%

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Gedruckt am Samstag, den 23.09.2017 .

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