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Umsatzsteuer in Litauen

Pridetines vertes mokestis

Das Land Litauen ist eines der drei Baltikumstaaten, und liegt südlich von Lettland. Außerdem grenzen Weißrussland, Polen und die russische Exklave Oblast Kaliningrad, sowie im Osten die Ostsee an. Landschaftlich hat Litauen einiges zu bieten. Die Seenplatte von Hochlitauen im Norden, sowie zahlreichen Seen im Süden wechseln sich mit großen Waldflächen ab, die etwa 30% des Landes abdecken. Neben dem typischen Badeurlaub an der Ostsee hat Litauen aber auch Touristen, die kulturell interessiert sind, viel zu bieten. Historische Kirchen und Bauten, sowohl christlicher als auch jüdischer Herkunft, spektakuläre Architektur und natürlich Bauwerke, als Zeugen deutscher und sowjetischer Besatzung, spiegeln die bewegte Geschichte des Landes wieder. Da der Massentourismus das Land noch nicht überrollt hat, kann man malerische und dennoch fast menschenleere Sandstrände in vollen Zügen genießen. Obwohl der Urlaub vergleichsweise als relativ preiswert bezeichnet werden kann, gilt Litauen noch immer als Geheimtipp.

Litauen erreichte mit dem Zerfall der UdSSR im Jahr 1991 wieder die Eigenständigkeit. Mit etwa 3,2 Millionen Einwohner auf ca. 65.000 km² ist es war etwas dichter besiedelt als das Nachbarland Lettland, aber im Vergleich zu Deutschland kann es nur als sehr dünn besiedelt bezeichnet werden. Auch herrschen große Differenzen sowohl bei der Infrastruktur, als auch beim Wohlstand in der Bevölkerung. Die Zeit der Unabhängigkeit ist noch zu jung, als hier schon einen Ausgleich und einen allgemeinen Wohlstand erreichen zu können. Trotzdem hat sich das Land in den letzten Jahren soweit stabilisiert, dass 2004 die Aufnahme in die EU erfolgte.

Die Mehrwertsteuer – in der Landessprache als “Pridetines vertes mokestis” bezeichnet – wurde 1994 mit einem Steuersatz von 18% eingeführt. Einen ermäßigten Satz gab es nicht. Diese Einführung hat gerade die ärmere Bevölkerung schwer getroffen. Die ohnehin sehr geringen finanziellen Mittel verloren durch die Preiserhöhung an Kaufkraft, so dass für viele Bürger die Waren des täglichen Bedarf fast unerschwinglich wurden. Im selben Jahr wurde zwar noch ein ermäßigter Steuersatz eingeführt, der allerdings kurze Zeit darauf wieder abgeschafft wurde. Erst seit dem Jahr 2000 wird ein ermäßigter Steuersatz von 5% eingeführt. Heute gelten neben dem Normalsteuersatz von 21%, zwei ermäßigte Sätze von 5% und 9%.

Steuerbefreit sind teilweise kulturelle Veranstaltungen und medizinische Dienstleistungen. Nahrungsmittel und die Waren des täglichen Bedarf unterliegen also nach wie vor, dem normalen Steuersatz.

Litauen profitiert am Beitritt zur EU vor allem durch die Subventionen. Bis sich dieser wirtschaftliche Vorteil allerdings bei der Bevölkerung bemerkbar macht, wird es noch einige Jahre dauern. Sehr positiv hat Litauen den schwierigen strukturellen Wandel von der Plan- zur Marktwirtschaft hinsichtlich der Landwirtschaft vollzogen. Entgegen dem Trend in vielen anderen Ländern, konnte dieser wichtige Wirtschaftszweig dem Land erhalten bleiben. Allerdings haben sich auch verschiedene Industriezweige entwickelt. So exportiert Litauen vorrangig Maschinen, Textilien, Elektroartikel und Lebensmittel. Haupthandelspartner sind heben den Nachbarländern Russland und Lettland auch die EU-Länder Deutschland, Polen, Estland und Frankreich. Trotz der ständig steigenden Exporte liegt jedoch seit Jahren ein sehr hohes Defizit in der Außenhandelsbilanz vor.

Bei Exporten in Drittländer, wie Russland, fällt keine Umsatzsteuer an. Für den Handelsverkehr mit den EU-Ländern ist allerdings eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer notwendig. Diese setzt sich aus dem Landeskennzeichen “LT” und einem Block mit neun oder mit zwölf Ziffern zusammen. Eine Bezeichnung in der Landessprache hat sich dafür allerdings noch nicht durchgesetzt. Die Nummer des Handelspartners muss auf jeder Rechnung im innergemeinschaftlichen Verkehr ausgewiesen werden, um die Umkehr der Steuerschuld, und somit eine Steuerbefreiung, zu erreichen.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Stark ermäßigter Satz
01.05.1994 – 31.07.1994 18,0%
01.08.1994 – 31.12.1996 18,0% 9,0%
01.01.1997 – 30.04.2000 18,0%
01.05.2000 – 31.12.2000 18,0% 5,0%
01.01.2001 – 31.12.2008 18,0% 9,0% 5,0%
01.01.2009 – 31.08.2009 19,0% 9,0% 5,0%
seit 01.09.2009 21,0% 9,0% 5,0%

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Gedruckt am Dienstag, den 23.05.2017 .

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