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Umsatzsteuer Slowakische Republik
Daò z pridanej
Die Slowakische Republik ist noch eine sehr junger Staat. Abgesehen von einer vorübergehenden Eigenständigkeit des Staates zwischen 1939 und 1945 wurde die Slowakei erst im Jahr 1993 durch eine friedliche Teilung der Tschechoslowakei wieder unabhängig. Durch diese zwei Staatsgründungen spricht man heute auch von der “zweiten Slowakischen Republik”. Das Binnenland grenzt an Österreich, Tschechien, Polen, die Ukraine und Ungarn, und weist mit einer Fläche von 49.000 qkm etwa die Größe der Niederlande auf. Allerdings ist die Besiedelung nur etwa halb so groß als Deutschland. Die Landschaften der Slowakei sind zum größten Teil von Gebirgen geprägt. Lediglich im Südosten und im Südwesten liegen größere Flächen Flachland.
Trotz der schwierigen geographischen Gegebenheit hat die Slowakei die schwierige Umstrukturierung vom der Planwirtschaft in die Marktwirtschaft geschafft. Das BIP liegt zwar immer noch weit unter dem Durchschnittswerte Innerhalb der EU, das kontinuierliche Wachstum und die stabile wirtschaftliche Lage lassen aber vermuten, dass der Aufholprozess weiterhin vorangetrieben wird. Die Slowakei erreichte 2004 den Beitritt in die EU und führe 2009 den Euro ein.
Die Umsatzsteuer – in der Landessprache “Daò z pridanej” genannt – wurde sofort mit der Unabhängigkeit 1993 mit einem relativ hohen Satz von 23% und einem ermäßigten Steuersatz von 5% eingeführt. Seither wurde sie mehrfach verändert. Zwischenzeitlich lag der Satz bereits bei 25%, wurde dann jedoch auf bis zu 19% gesenkt. Die letzte Anpassung erfolgt 2011. Seither gilt ein Normalsteuersatz von 20% und ein ermäßigter Steuersatz von 10%.
- Der ermäßigte Steuersatz von 10% findet Anwendung bei:
- Nahrungsmittel
- Arzneimittel
- medizinische Geräte
- Bücher
Dem Nullsteuersatz unterliegen beispielsweise Teile der Personenbeförderung. Steuerbefreit sind zum Beispiel Sozialdienstleistungen, kulturelle Veranstaltungen und medizinische Leistungen.
Die Slowakei hat ihre Wirtschaft sehr exportorientiert ausgerichtet. Zusätzlich hat sich das Exportvolumen seit dem EU-Beitritt mehr als verdoppelt. Auch konnte eine weitere Streuung der Handelspartner erreicht werden. Hat Deutschland im Jahr 2002 mit 30% einen relativ hohen Anteil für Exporte eingenommen, konnten weitere Geschäftsbeziehungen aufgebaut werden, so dass das Volumen an Exporte nach Deutschland im Jahr 2008 noch 20% betrug. Daneben spielen Tschechien, Frankreich, Polen und Ungarn eine große Rolle. Drittländer haben mit weniger als 4% Exportvolumen einen geringen Anteil. Zudem kann die Slowakei über die Jahre auf eine relativ ausgeglichene Außenhandelsbilanz verweisen, was auf eine ausgeglichenes Import – Export – Verhältnis schließen lässt.
Die slowakische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird “identifikačné číslo pre daň” – oder kurz “IČ DPH” genannt und besteht aus dem Landeskennzeichen “SK” und einem Block von zehn Ziffern. Die Nummer wird für die ordnungsgemäße Abrechnung der Umsatzsteuer bei innergemeinschaflichen Lieferungen und Leistungen entsprechend der in der EU gültigen Standards benötigt.
Der Dienstleistungssektor erreicht mit 64% des BIP den wichtigsten Sektor im Land. Nicht zuletzt trägt auch der Tourismus dazu seinen Anteil bei. Hierbei hat die Slowakei neben gut ausgebauten Skigebieten, traumhaft schönen Wandergebieten auch zahlreiche Kurbäder zu bieten. Daneben ist der Urlaub wegen des niedrigen Lohngefüges im Land für Reisende relativ günstig. Sicherlich wird auch in den kommenden Jahren noch ein weiteres Wachstum verzeichnet werden können.
Entwicklung der Steuersätze
| Zeitraum | Normalsatz | Ermäßigter Satz | Stark ermäßigter Satz |
|---|---|---|---|
| 01.01.1993 – 31.07.1993 | 23,0% | 5,0% | – |
| 01.08.1993 – 31.12.1995 | 25,0% | 6,0% | – |
| 01.01.1996 – 30.06.1999 | 23,0% | 6,0% | – |
| 01.07.1999 – 31.12.2002 | 23,0% | 10,0% | – |
| 01.01.2003 – 31.12.2003 | 20,0% | 14,0% | – |
| 01.01.2004 – 31.12.2006 | 19,0% | – | – |
| 01.01.2007 – 30.04.2010 | 19,0% | 10,0% | – |
| 01.05.2010 – 31.12.2010 | 19,0% | 10,0% | 6,0% |
| seit 01.01.2011 | 20,0% | 10,0% | – |
