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Umsatzsteuer Tschechische Republik

daň z přídané hodnoty (DPH)

Das Land Tschechien – oder genauer Tschechische Republik – gehört mit seiner Fläche von etwa 79.000 km² und etwa 10,5 Millionen Einwohnern zu den kleineren Ländern der EU. Es grenzt im Westen an Deutschland, im Norden an Polen, im Süden an die Slowakei und im Südwesten an Österreich.

Das Land entstand 1993 aus einer einvernehmlichen und friedlichen Trennung der Tschechoslowakei. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Öffnung des Ostblocks Anfang der 90er Jahre war die Tschechoslowakei kommunistisch geführt. Erst Ende 1989 wurde mit der Durchführung freier demokratischer Wahlen der Weg in die westlich orientierte Marktwirtschaft geebnet. Obwohl die Tschechei bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs mit zu den stärksten industrialisierten Ländern der Welt gehört, konnte die Entwicklung unter der kommunistischen Regierung nicht weiter geführt werden. Um so erstaunlicher erscheint die rasche Umstrukturierung der Wirtschaft, so dass in den letzten Jahren ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet werden konnte.

Die Umsatzsteuer – in der Landessprache “daň z přídané hodnoty” oder kurz DPH genannt – wurde 1993 mit einem relativ hohen Satz von 23% und 5% eingeführt. Mit den Jahren erfolgten mehrere Steuersenkungen, um die Kaufkraft im Inland zu stärken. Erst 2010 wurde der Umsatzsteuersatz auf 20% angehoben, und galt bis 2011 zusammen mit dem ermäßigten Steuersatz von 10%. Daneben findet der Nullsatz auf verschiedene Dienstleistungen Anwendung.

Mitte 2011 entschied sich die Tschechische Republik zu einer schrittweisen Umgestaltung der Umsatzsteuer. Im ersten Schritt wird der ermäßigte Steuersatz ab Januar 2012 auf 14% angehoben, und im zweiten Schritt ab Januar 2013 sogar auf 17,5%. Zeitgleich soll ab Januar 2013 der Normalsteuersatz von 20% auf 17,5 % sinken, so dass nur noch ein Umsatzsteuersatz gelten soll. Diese Maßnahme wird von politischer Seite begründet mit der Finanzierung des Rentensystems.

*Ab 2012 gilt also der ermäßigte Satz von 14% für beispielsweise:

  • Nahrungsmittel
  • Arzneimittel
  • Medizinische Geräte
  • Personenbeförderung (teilweise Nullsatz)
  • Bücher, Zeitungen, Zeitschriften
  • kulturelle Veranstaltungen
  • einige Dienstleistungen, wie Reinigung, verschiedene Reparaturen etc.
  • Hotelbeherbergungen
  • medizinische Dienstleistungen

Von der Umsatzsteuer befreit sind zum Beispiel Versicherungs- und Finanzleistungen, sowie zahlreiche Sozialleistungen.

Alle Unternehmer in Tschechien haben die Umsatzsteuer unter Abzug der bezahlten Vorsteuer regelmäßig an das Finanzamt abzuführen. Aufgrund einer Festlegung in der 6. EG-Richtlinie, hat auch Tschechien eine sogenannte Kleinunternehmerregelung eingeführt. Diese gilt bis zu einem Jahresumsatz von 37.600 Euro. Da Unternehmer, die von der Umsatzsteuer befreit sind, auch keine Vorsteuer geltend machen können, besteht die Möglichkeit, auf Antrag nicht von diesem Recht gebraucht zu machen.

Die Wirtschaft hat in den letzten Jahren einen enormen Zuwachs verbuchen können. Mit 39% trägt die Industrie einen beachtlichen Anteil zum BIP bei. Vorwiegend werden Industrieanlagen, Maschinen und Fahrzeuge hergestellt. Diese Bereiche gelten auch als Hauptexportgüter. Die wichtigsten Handelspartner sind neben den Nachbarländern Deutschland, Slowakei, Österreich und Polen, auch Frankreich, Großbritannien und Italien. Bereits seit Jahren liegt eine relativ ausgeglichene Außenhandelsbilanz vor, was auf eine stabile und produktive Wirtschaft schließen lässt.

Für den innergemeinschaftlichen Handel benötigt man in Tschechien die “daňové identifikační číslo”, oder kurz DIC. Diese Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besteht aus dem Landeskennzeichen “CZ” sowie einen Block mit acht bis zehn Ziffern. Die Nummer ist auf allen internationalen Rechnungen auszuweisen. Zur Versteuerung innerhalb der Europäischen Gemeinschaft gelten die üblichen EU-Richtlinien.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz
01.01.1993 – 31.12.1994 23,0% 5,0%
01.01.1995 – 30.04.2004 22,0% 5,0%
01.05.2004 – 31.12.2007 19,0% 5,0%
01.01.2008 – 31.12.2009 19,0% 9,0%
01.01.2010 – 31.12.2011 20,0% 10,0%
seit 01.01.2012 20,0% 14,0%

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Gedruckt am Sonntag, dem 05.02.2012 .

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