Umsatzsteuer Tschechische Republik

Daòi z poidané hotnoty

Die Tschechische Republik ist wie die Slowakei einer der jüngsten Länder in Europa, beide Staaten gingen aus der ehemaligen Tschechoslowakei hervor. Seit der Trennung der beiden Länder 1993 ist die Tschechische Republik ein eigenständiger Staat mit der Hauptstadt Prag. Tschechien liegt im Osten Europas und grenzt an die Länder Österreich, Polen, die Slowakei und Deutschland. Lange Zeit war das Land durch seine Zugehörigkeit zum Ostblock für westliche Besucher fast unzugänglich, das hat sich jedoch geändert und heute ist es durch den Beitritt zur EU in die Mitte Europas gerückt. Zwar gehört die Tschechische Republik schon zu EU aber die Einführung des Euro wurde noch nicht beschlossen, es wurde bereits vielfach darüber diskutiert, aber zu einer Einigung über den Zeitpunkt ist es bisher nicht gekommen.

Wer in der Tschechischen Republik Waren oder Dienstleistungen erwirbt zahlt dafür Mehrwertsteuer, diese wird in der Landessprache Daòi z poidané hotnoty oder kurz DPH genannt und vom Finanzministerium erhoben. Die Umsatzsteuer stellt wie in den meisten Ländern einen wichtigen Teil der Steuereinnahmen dar. Bei ihrer Einführung im Jahr 1993 betrug die Umsatzsteuer zunächst 23 Prozent bzw. 5 Prozent. Zwischen 1995 und 2004 wurde der Regelsatz auf 22 Prozent gesenkt und im Jahr 2004 erfolgte eine weitere Senkung auf 19 Prozent. Der derzeitige Steuersatz liegt bei 20 Prozent, darüber hinaus existiert wie fast überall auch ein ermäßigter Steuersatz mit 10 Prozent. Der Regelsteuersatz wird für Waren erhoben wie Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie für Beförderungen und Transporte und auch Werbedienstleistungen. Der ermäßigte Steuersatz gilt für Lebensmittel, Bücher und Zeitschriften und auch für pharmazeutische Produkte und medizinische Geräte. Darüber hinaus wird für bestimmte Dienstleistungen überhaupt keine Umsatzsteuer erhoben, wie Versicherungen und alles was mit Finanzdienstleistungen zu tun hat.
Für Unternehmer besteht wie in vielen Ländern der EU die Möglichkeit des Vorsteuerabzugs.

Derzeit wird innerhalb der EU über die Möglichkeit verhandelt die Umsatzsteuer für besonders Arbeitsintensive Dienstleistungen wie das Handwerk und die Gastronomie zu senken, die Tschechische Republik wird daran aber vorerst wohl nicht teilnehmen. Diese Diskussion war im Zuge der zu erwartenden Wirtschaftskrise entstanden und Länder wie Groß Britannien wollen so die heimische Wirtschaft ankurbeln. Falls sich dieses Modell als erfolgreich erweist, könnte Tschechien dem Beispiel folgen.

Seit der Öffnung nach Westen ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Im Umgang mit Touristen gelten die Tschechen als unkomplizierte Gastgeber. Wer sich ansatzweise für die Geschichte des Landes interessiert kann hier Pluspunkte sammeln. Es scheint ein Erbe des Österreichischen Kaiserreichs zu sein, das man auch dort sehr hierarchisch denkt. Wer in Tschechien einen Titel sein eigen nennt, der möchte auch so angesprochen werden. Es ist daher ratsam einen Akademiker tunlichst mit „pane inzenyre“ (Herr bzw. Frau Diplom Ingenieur) oder mit „pane magistre“ (Herr bzw. Frau Magister) anzusprechen. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs, öffnete sich das Land zunehmend dem Westen und eine Reihe von Industriezweigen verlagerten ihre Produktion von Deutschland in das billigere Tschechien. Dieser Trend scheint sich jedoch wieder umzukehren, denn mit dem Beitritt in die EU hat sich auch dort das Lohn und Preisniveau erhöht.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigtersatz
01.01.1993 – 31.12.1994 23,0% 5,0%
01.01.1995 – 30.04.2004 22,0% 5,0%
01.05.2004 – 31.12.2007 19,0% 5,0%
01.01.2008 – 31.12.2009 19,0% 9,0%
seit 01.01.2010 20,0% 10,0%


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Letzte Aktualisierung am: 09.03.2010

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