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15.10.2020 - 14:08
Herbstgutachten: Wirtschaft stärker durch Corona-Pandemie betroffen

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrem Herbstgutachten ihre eigenen Prognosen für dieses und nächstes Jahr um jeweils ein Prozent reduziert. Im Jahr 2020 wird einn Rückgang der Wirtschaftskraft von minus 5,4 Prozent erwartet und sind 1,2 Prozent mehr als im letzten Gutachten. Die Wirtschaft wird den Daten zufolge im Jahr 2021 um 4,7 Prozent wachsen und sind 1,1 Prozent weniger als in der bisherigen Prognose. Das BIP wächst ihrer Einschätzung nach im Jahr 2022 um 2,7 Prozent.

Die wirtschaftliche Erholung wird vor allem durch Branchen gebremst, die besonders von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen und soziale Kontakte benötigen, wie Gasthöfe, der Tourismus, Luftfahrt oder der Eventsektor. Laut Stefan Kooths, der Konjunkturchef des IfW Kiel ist, werden die genannten Wirtschaftsbereiche noch längere Zeit unter der Pandemie leiden und erst dann am Erholungsprozess teilhaben, sobald Maßnahmen zum Infektionsschutz zum Großteil entfallen und damit sei im nächsten Sommerhalbjahr zu rechnnen.

Die Investitionszurückhaltung der Unternehmen schwächt den Aufschwung zusätzlich und dafür ist das Eigenkapital, welches sich durch die Krise verschlechterte. Die Erholung wird deutlich von der Exportwirtschaft getragen, die im Verlauf der Rezession einen enormen Einbruch verzeichnet hatte. Von den Ökonomen wird ein Erreichen der Wirtschaftsleistung vor der Krise erst Ende 2021 erwartet und Ende 2022 auf einem normalen Niveau liegen.

Auf dem Arbeitsmarkt kletterten die Arbeitslosenzahlen trotz enormer Kurzarbeit um 820.000 Arbeitslose. Die Arbeitslosenquote steigt dem Herbstgutachten zufolge dieses und nächstes Jahr auf 5,9 Prozent. Erst im Jahr 2022 wird die Arbeitslosenquote um 0,4 auf 5,5 Prozent leicht zurückgehen. Die verfügbaren Einkommen der Privathaushalte blieben durch die staatlichen Konjunkturprogramme relativ stabil, doch zugleich resultiert dies im aktuellen Jahr auf ein Rekordminus von 183 Milliarden Euro im öffentlichen Gesamthaushalt. Das Minus bleibt mit 118 Milliarden Euro nächstes Jahr und 92 Milliarden Euro im Jahr 2022 weiterhin hoch.

Der unklare Pandemieverlauf bleibt dem Herbstgutachten nach das größte Risiko für die Prognose. Im ersten Sommerhalbjahr 2021 könnten die Infektionsschutzmaßnahmen eventuell so stark reduziert werden, dass sie kaum noch spürbaren Auswirkungen auf wirtschaftliche Aktivitäten haben. Als Unsicherheitsfaktor gelten auch Firmeninsolvenzen und laufende Handelskonflikte. Wenn die mittlerweile stark gewachsenen privaten Ersparnisse verstärkt in zusätzliche Käufe investiert würden, dann könnten davon konsumabhängige Sektoren stärker angeregt werden als in der Prognose beschrieben.

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