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Mehrwertsteuer in Griechenland

Foros prostithemenis axias (FPA)

Griechenland bezeichnet mit seiner Insel Gravdos am südlichsten Punkt Europas, und stand daher beim Eintritt in die EU auch symbolisch für die südöstliche Ausweitung der Vereinigung. Etwa ein Fünftel der Landesfläche besteht aus über 3000 Inseln, von denen aber nur 87 bewohnt sind. Erwähnenswert ist auch, dass das Land geographisch gesehen eine sehr große Ausdehnung hat. So beträgt die Luftlinie von Nord nach Süd fast 1000 km. Griechenland wird im Norden von Albanien, Mazedonien, Bulgarien und im Osten von der Türkei eingegrenzt. In allen anderen Richtungen wird das Land vom Meer eingeschlossen. Interessant ist auch, dass die Landschaften dort von Gebirgen beherrscht werden. Fast 80% der Fläche ist Bergland, wodurch Griechenland auch als Gebirgsland eingestuft wird. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die wirtschaftliche Stärke des Landes nicht im Agrar- sondern im Dienstleistungssektor zu finden ist.

Die Mehrwertsteuer wurde in Griechenland relativ spät eingeführt. Erst im Jahr 1987 wurde erstmals eine “Foros prostithemenis axias” – oder kurz FPA von 18% erhoben. Daneben gab es noch zwei ermäßigte und einen erhöhten Mehrwertsteuersatz. Nach mehreren Veränderungen wurde 1992, mit der Öffnung des EG-Binnenmarktes eine Angleichung an das EG-System herbeigeführt, in dessen Zug auch der erhöhte Mehrwertsteuersatz von 36% wegfiel. In den letzten Jahren wurde der Mehrwertsteuersatz massiv angehoben. Dies lässt sich sicherlich mit der im Jahr 2009 aufgedeckten hohen Staatsverschuldung begründen. Die letzte Erhöhung im Jahr 2011 führte zu den derzeit gültigen Sätzen von 23% für die normale Besteuerung, ermäßigter Steuersatz von 13% und den stark ermäßigter Steuersatz von 6,5%.

  • Ermäßigt besteuert werden mit 13%
    • Nahrungsmittel
    • Wasser
    • Personenbeförderung
    • Landwirtschaftliche Güter
  • Stark ermäßigt mit 6,5% werden berechnet auf:
    • Arzneimittel
    • Bücher
    • Zeitungen, Zeitschriften
    • kulturelle Veranstaltungen
    • Hotelbeherbergungen

Der Beitritt in die EU im Jahr 1981 führte dazu, dass sich die wirtschaftliche Situation im Land zunehmend stabilisierte. Die ehemalige Agrarnation nutzte die Chance und baute sich einen starken Industriezweig auf. Heute beträgt der Anteil der Agrarwirtschaft an der Wirtschaftsleistung des Landes etwa 6%, wogegen der Industriebereich mit etwa 22% einen wesentlich höheren Stellenwert einnimmt. Betrachtet man die internationalen Geschäftsbeziehungen so nimmt der Industriesektor mit fast 60% sogar eine beherrschende Stellung ein. Hervorheben sollte man allerdings auch, das der Dienstleistungsbereich der wichtigste Sektor ist. Der griechische Schiffsverkehr nimmt international einen sehr hohen Stellenwert ein.

Die wichtigsten Handelspartner sind Deutschland, Italien, Bulgarien, Zypern, Großbritannien und Rumänien. Ausgeführt werden neben Maschinen und Technologieprodukte auch Nahrungsmittel, Textilprodukte sowie Erdöl- und und Kohleprodukte.

Im Internationalen Geschäftsverkehr benötigt man die EU-weit notwendige “Arithmós Phorologikoú Mētrṓou”, abgekürzt mit ΑΦΜ. Dabei handelt es sich um die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die in Griechenland aus dem Landeskennzeichen EL und einem neunstelligen Ziffernblock besteht. Diese Nummer ist notwendig um dem Geschäftspartner zu zeigen, dass das Unternehmen in Griechenland registriert ist und Steuern abführt. Der Absender hat dadurch die Möglichkeit, Waren, die nach Griechenland importiert werden, ohne Mehrwertsteuer zu berechnen. Der griechische Importeur ist in dem Fall für die ordnungsgemäße Versteuerung verantwortlich. Mit dem gleichzeitigen Abzug der Vorsteuer, entstehen allerdings keine steuerlichen Belastungen, so dass der Warenverkehr im EG-Binnemarkt als “steuerfrei” bezeichnet wird.

Griechenland versank durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise in einer gigantisch hohe Staatsverschuldung. Dies ändert aber nichts daran, dass das Land der Antike mit seinem unschätzbaren Kulturerbe und seinem traumhaften Landschaften eines der beliebtesten Tourismusländer ist.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Stark ermäßigter Satz Erhötersatz
01.01.1987 – 31.12.1987 18,0% 6,0% 3,0% 36,0%
01.01.1988 – 27.04.1990 16,0% 6,0% 3,0% 36,0%
28.04.1990 – 07.08.1992 18,0% 8,0% 4,0% 36,0%
08.08.1992 – 31.03.2005 18,0% 8,0% 4,0%
01.04.2005 – 14.03.2010 19,0% 9,0% 4,5%
15.03.2010 – 30.06.2010 21,0% 10,0% 5,0%
01.07.2010 – 31.12.2010 23,0% 11,0% 5,5%
01.01.2011 – 19.07.2015 23,0% 13,0% 6,5%
seit 20.07.2015 23,0% 13,0% 6,0%

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Gedruckt am Montag, den 24.07.2017 .

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