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Mehrwertsteuer in Italien

Imposta sul valore aggiunto (IVA)

Italien ist eine der beliebtesten Tourismusländer in Europa. Nicht zuletzt hat es diese Beliebtheit seiner interessanten Lage zu verdanken. Das Land besteht zu einem Großteil einerHalbinsel, die die Form eines Stiefels aufweist. Außerdem gehören die Inseln Sizilien und Sardinien sowie zahlreiche Inselgruppen zu Italien. Im Norden wird das Land von den Alpen eingegrenzt und im Landesinneren von den Apennins durchzogen. Nachbarländer sind Frankreich, Schweiz, Österreich und Slowenien.

San Marino und Vatikanstadt nehmen einen Sonderstatus ein. Wirtschaftlich gesehen ist Italien ein sehr starkes Land. Als Industriestaat nimmt sie weltweit den siebten Platz unter den Volkswirtschaften ein. An diesem Rang hat auch das seit Jahren relativ niedrigen Wirtschaftswachstum nichts geändert. Italien zählt mit seinen etwa 60 Millionen Einwohner, zu den größten Staaten in der EU. Neben Deutschland zahlt Italien die höchsten Nettobeiträge an die EU.

Die Mehrwertsteuer – in der Amtssprache als “imposta sul valore aggiunto” bezeichnet und mit IVA abgekürzt – wurde in Italien 1973 eingeführt. Oft wird die ebenfalls als Wertschöpfungssteuer bezeichnete “IRAP”-Steuer mit der Umsatzsteuer in Zusammenhang gebracht. Dies ist allerdings nicht richtig. Vielmehr ist sie zu vergleichen mit der in Deutschland gängigen “Gewerbesteuer”. Die Umsatzsteuer wurde in den letzten Jahrzehnten häufig geändert. Interessant sind die zahlreichen Steuersätze, die in den 80er Jahren in Italien zu finden wahren. Kurzzeitig gab es 1980 sogar 10 Mehrwertsteuersätze sie nebeneinander gültig waren. Ein kompliziertes System, das mit den Jahren vereinfacht wurde, und seit 1997 mit drei Steuersätzen besteht. Die letzte Änderung trat zum 01.10.2013 in Kraft. Seither gilt der Normalsteuersatz von 22%, sowie die ermäßigten Sätze mit 10% und 4%. Einen Nullsteuersatz gibt es nicht.

  • Mit dem stark ermäßigten Satz von 4% werden zum Beispiel besteuert:
    • Nahrungsmittel
    • Bücher
    • Zeitungen und Zeitschriften
    • bestimmte landwirtschaftliche Güter
  • Der ermäßigte Satz mit 10% unterliegen:
    • bestimmte Nahrungsmittel
    • Arzneimittel
    • Personenbeförderung
    • kulturelle Veranstaltungen
    • Hotel- und Restaurant-Dienstleistungen

Daneben gibt es einige Steuerbefreiungen, wie zum Beispiel bei Sozialdienstleistungen und Medizinische Leistungen.

Unternehmer haben die Mehrwertsteuerabrechnung je nach Bezugsgröße jährlich oder vierteljährlich abzugeben. Die Fälligkeit wurde auf den 16. des zweiten darauffolgenden Monats bzw. auf den 16. März des darauffolgenden Jahres festgelegt. Verspätete Einreichungen werden vom italienischen Finanzamt mit Sanktionen geahndet.

Als Industriestaat betreibt Italien einen regen Geschäftsverkehr mit den verschiedensten Ländern. Haupthandelspartner sind vor allem Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und die USA. Während bei Geschäftsbeziehungen in die USA keine Umsatzsteuer berechnet wird, unterliegen Warenlieferungen und Dienstleistungen im Gemeinschaftsverkehr der Besteuerung. Die italienische Umsatzsteuer-Identifikationsnummer – in der Landessprache “Numero Partita I.V.A.” oder abgekürzt “P. IVA – wird für diese Innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen benötigt, um die Steuerschuld vom Absender auf den Empfänger zu übertragen. Diese Praxis wird verwendet, um die Rechnung ohne Mehrwertsteuer ausstellen zu können.

Mit der Öffnung des EG-Binnenmarktes ist es ausländischen Unternehmen möglich eine italienische Steuernummer zu beantragen. Zwar ist es nicht zwingend notwendig, einen Steuerbeauftragten zu benennen, allerdings dürfte es ratsam sein. Steuererstattungen an ausländische Unternehmer werden grundsätzlich von einer Erstattungsbehörde vorgenommen, die sich ausschließlich mit dieser Problematik beschäftigt.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Stark ermäßigter Satz Erhöhter Steuersatz Zwischensatz
01.01.1973 – 31.12.1974 12% 6% 18%
01.01.1975 – 17.03.1976 12% 6% 30% 18%
18.03.1976 – 09.05.1976 12% 6% 30% 18%
10.05.1976 – 22.12.1976 12% 9% 6% 30% 18%
23.12.1976 – 07.02.1977 12% 9% 1% / 3% / 6% 30% 18%
08.02.1977 – 02.07.1980 14% 12% 1% / 3% / 6% / 9% 35% 18%
03.07.1980 – 31.10.1980 15% 8% 2% 35% 18%
01.11.1980 – 31.12.1980 14% 12% 1% / 2% / 3% / 6% / 9% 35% 15% / 18%
01.01.1981 – 04.08.1982 15% 8% 2% 35% 18%
05.08.1982 – 18.04.1984 18% 15% 2% / 8% / 10% 38% 20%
19.04.1984 – 19.12.1984 18% 15% 2% / 8% / 10% 30% / 38% 20%
20.12.1984 – 31.07.1988 18% 9% 2% 30%
01.08.1988 – 31.12.1988 19% 9% 2% 38%
01.01.1989 – 12.05.1991 19% 9% 4% 38%
13.05.1991 – 31.12.1992 19% 12% 4% / 9% 38%
01.01.1993 – 31.12.1993 19% 9% 4% 12%
01.01.1994 – 23.02.1995 19% 9% 4% 13%
24.02.1995 – 30.09.1997 19% 10% 4% 16%
01.10.1997 – 16.09.2011 20% 10% 4%
17.09.2011 – 30.09.2013 21% 10% 4%
01.10.2013 – 31.12.2015 22% 10% 4%
Seit 01.01.2016 22% 10% 4% / 5%

Umsatzsteuertermine Italien

Abgabetermine der Umsatzsteuer in Italien


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Gedruckt am Sonntag, den 26.03.2017 .

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