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Umsatzsteuer in Luxemburg

taxe sur la valeur ajoutée (TVA)

Luxemburg ist in vielerlei Hinsicht ein besonderes und interessantes Land. Für die einen bedeutet es ein Steuerparadies, für die anderen ein Naturparadies und das, obwohl es mit seinen 2586 km² das zweitkleinste Land in der EU ist. Luxemburg liegt zwischen Deutschland, Frankreich und Belgien, und zählt gerade einmal 500.000 Einwohner. Gemessen an diese Größe verwundert es um so mehr, dass in diesem Land gleich drei Sprachen als offizielle Amtssprache gelten: Deutsch, Französisch und Luxemburgisch. Letztere wird von etwa 70% der Bevölkerung als Muttersprache angegeben, wurde aber erst 1984 als offizielle Amtssprache aufgenommen.

Die Mehrwertsteuer besitzt in Luxemburg eine sehr lange Geschichte. Bereits im Mittelalter waren Verbrauchsabgaben zu entrichten, die die unterschiedlichsten Steuerbezeichnungen aufwiesen. Aber schon im 18 Jahrhundert wurde der Begriff der Mehrwertsteuer, oder auch Umsatzsteuer, eingeführt. Der offizielle Name lautet: “taxe sur la valeur ajoutée” und wird mit TVA abgekürzt. Über die Jahrzehnte und Jahrhunderte erfolgten zahlreiche Veränderungen und Modernisierungen, die mit einer Umstrukturierung im Jahr 1968 dazu führten, dass die Mehrwertsteuer, wie wir sie heute kennen, ab 1970 offiziell erhoben wurde. Mit einem Steuersatz von 8% und einem ermäßigten Steuersatz von 4% lag sie bereits damals relativ niedrig. Bis heute hat sich, trotz einiger Erhöhungen, ein im Vergleich zu anderen EU-Ländern relativ niedriger Steuersatz erhalten. Seit 1993 werden alle Umsätze mit 15% oder mit den beiden ermäßigten Steuersätze 3% und 6% versteuert. Daneben gibt es noch einen Zwischensteuersatz von 12%. Grund dafür ist sicherlich, dass Luxemburg nicht, wie viele andere Länder, die Staatshaushalte durch Mehrwertsteuererhöhungen zu sanieren versuchen.

  • Dem stark ermäßigten Steuersatz von 3% unterliegen:
    • Nahrungsmittel
    • Arzneimittel
    • Personenbeförderung
    • Bücher, Zeitungen, Zeitschriften
    • kulturelle Veranstaltungen
    • landwirtschaftliche Güter
    • Hotel- und Restaurantdienstleistungen

Mit dem ermäßigten Steuersatz von 6% werden verschiedene Dienstleistungen, wie diverse Reparaturen oder Friseurleistungen versteuert.

  • Der Zwischensteuersatz mit 12% findet Anwendung bei
    • bestimmten Weinen
    • bei Brennstoffen
    • bei Wasch- und Putzmittel
    • bei Werbeprospekten und ähnlichen
    • bei der Verwaltung von Wertpapieren, von Krediten und Kreditsicherheiten

Eine Steuerbefreiung gilt für bestimmte Personenbeförderungen, Sozialdienstleistungen, medizinische Dienstleistungen oder Pflegedienste.

Betrachtet man sich diese Steuerermäßigungen, so kann man erkennen, dass die Waren und Dienstleitungen des täglichen Bedarf steuerlich begünstigt sind. Deshalb ist Luxemburg nicht nur für Investoren und Finanzanleger, sondern auch für Privatpersonen ein interessantes Land. Dies schlägt sich auch in der Zusammensetzung der Bevölkerung nieder. Fast 43% der Bewohner sind Ausländer, wobei mehr als ein Drittel Portugiesen, gefolgt von Franzosen, Italienern und Deutsche sind. Daneben arbeiten etwa 140.000 Grenzgänger in Luxemburg. Im Vergleich zu knapp 190.000 Luxemburger ist das ein Anteil, den sonst kein Land aufzuweisen hat. Durch die völlige Öffnung der EU-Grenzen wurde diese Entwicklung vorangetrieben.

Luxemburg war zusammen mit den beiden anderen Beneluxländern, sowie Deutschland, Frankreich und Italien, ein Gründungsmitglied der „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“ (EWG), die der Vorreiter der heutigen EU war. Daraus ergab sich sicherlich auch, dass die genannten Länder Haupthandelspartner von Luxemburg sind. Obwohl man Luxemburg meist nur als Größe im Dienstleitungs- bzw. Finanzsektor kennt, kann es eine starke Industrie vorweisen, die seit Jahren zu erheblichen Handelsbilanzüberschüssen führt. Ausgeführt werden insbesondere Stahlprodukte, Chemikalien und Gummiprodukte.

Für den innergemeinschaftlichen Geschäftsverkehr benötigt man die “le numéro d’identification à la taxe sur la valeur ajoutée” oder kurz IBLC Nr.”. Dabei handelt es sich um die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die in Luxemburg aus dem Landeskennzeichen LU und einem Block mit acht Ziffern besteht. Seit der völligen Öffnung des EG-Binnenmarktes wurde diese Nummer eingeführt, um mit der Ausweisung auf der Rechnung eine Umkehr der Steuerschuld innerhalb der EU zu erreichen.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Stark ermäßigter Satz Zwischensatz
01.01.1970 – 31.12.1970 8% 4%
01.01.1971 – 30.06.1983 10% 5% 2%
01.07.1983 – 31.12.1991 12% 6% 3%
01.01.1992 – 31.12.1992 15% 6% 3%
01.01.1993 – 31.12.2014 15% 6% 3% 12%
seit 01.01.2015 17% 8% 3% 14%

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Gedruckt am Montag, den 16.01.2017 .

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