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Umsatzsteuer in Frankreich

Taxe sur la valeur ajoutée (TVA)

Frankreich ist mit seinen etwa 65 Millionen Einwohner ein sehr großes und wirtschaftlich sehr starkes Land. Angrenzend an die Länder Spanien, Andorra, Italien, Schweiz, Deutschland, Luxemburg, und Belgien liegt es zwar sehr westlich, aber dennoch zentral, so dass es einen regen wirtschaftlichen Handel mit allen EU-Staaten betreibt. Frankreich gehört, neben Italien, Deutschland und den Beneluxländern zu den Gründerstaaten der EU, die 1951, also in der Nachkriegszeit, vereinbarten, dass eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit angestrebt werden soll. Damit sollten die aus den vergangenen Kriegen resultierenden Feindschaften versöhnt werden, und verhindert werden, dass sich eine Verfeindung, wie sie in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend bestanden hatte, wieder entwickelt. Die “Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)” wurde ins Leben gerufen, woraus sich die heutige EU entwickelt hat.

Die Mehrwertsteuer hat in Frankreich eine sehr bewegte Geschichte. Bereits im Jahr 1968 wurde die ““axe sur la valeur ajoutée” kurz TVA – wie sie in der Landessprache heißt – eingeführt. Bereits zu Beginn galten vier Mehrwertsteuersätze, die zwischen 5% und 20% lagen, und dadurch relativ hoch angesiedelt waren. In den folgenden Jahren erfolgten zahlreiche Veränderungen und Anhebungen, wobei die Anwendung recht kompliziert war. Ende der 80er Jahre gab es sogar 8 Mehrwertsteuersätze die nebeneinander galten. Mit der völligen Öffnung des EG-Binnenmarktes wurden die Mehrwertsteuersätze vereinheitlicht, so dass ab 1993 nur noch drei Steuersätze galten. Derzeit gilt der Normalsatz von 20,0%, der letztmals im Jahr 2013 verändert wurde, einen im Jahr 2012 neu eingeführten Satz von 7%, einen ermäßigten Satz von 5,5%, und der stark ermäßigte Satz von 2,1%.

Da es zahlreiche Ausnahmen und Sonderbestimmungen gibt, kann die nachstehende Aufzählung nur als Beispiel und mit dem Hinweis auf eine gesonderte Überprüfung angesehen werden.

  • Der Steuersatz von 7 %, findet Anwendung bei:
    • Medizinische Geräte
    • Personenbeförderung
    • Bücher – teilweise auch 19,6%
    • kulturelle Veranstaltungen
    • privates TV
    • Landwirtschaftliche Güter
    • Hotel- und Restaurantdienstleistungen
  • Einige wenige Punkte unterliegen nach wie vor den 5,5 % wie etwas:
    • Grundnahrungsmittel
    • Energieversorgnung
    • Essensversorgung für Behinderte, Altenheime oder Schulkantinen
  • Der stark ermäßigte Steuersatz von 2,1% wird angewendet bei:
    • Arzneimittel – teilweise auch 5,5%
    • Zeitungen, Zeitschriften – teilweise auch 20,0%
    • Rundfunk- und Fernsehgebühren

Für 2014 sind groß angelegte Veränderungen im Mehrwertsteuersystem angekündigt.

Im innergemeinschaftlichen Güterverkehr benötigt man in Frankreich die TVA intracommunautaire” – kurz “ID. TVA genannt. Es handelt sich dabei um die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, die allen Unternehmern in der EU auf Antrag zugeteilt werden, und nachweisen, dass die Firma im Inland steuerpflichtig ist.

Durch seine zentrale geographische Lage sind die benachbarten EU-Länder wichtige Handelspartner für Frankreich. Führend darin ist Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien Großbritannien. Sogar die Niederlande und Belgien stehen, trotz ihrer geringen Größe, in der Statistik unter den wichtigsten fünf EU-Partner. Als Hauptexportgüter gelten Maschinen und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Die volkswirtschaftliche Handelsbilanz weißt in Frankreich in den letzten Jahren einen leichten Überschuss auf. Obwohl zu einer gesunden Volkswirtschaft eine ausgeglichene Außenhandelsbilanz angestrebt wird, ist dies jedoch in fast allen Industriestaaten der Fall, und zeigt lediglich die starke wirtschaftliche Leistung.

Die internationalen Verflechtungen haben mit den Jahren auch auf den Arbeitsmarkt übergegriffen. So ist es keine Seltenheit mehr, dass deutsche Arbeitnehmer – hauptsächlich aus den grenznahen Regionen wie Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz – in Frankreich arbeiten, und umgekehrt.

Abschließend soll noch darauf hingewiesen werden, dass die beiden Regionen Monaco und Korsika hoheitsrechtlich zwar zu Frankreich gehören, dort allerdings andere Steuersätze gelten.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Erhöhter Satz Zwischensatz
01.01.1968 – 30.11.1968 16,66% 6,0% 20,00% 13,0%
01.12.1968 – 31.12.1969 19,00% 7,0% 25,00% 15,0%
01.01.1970 – 31.12.1972 23,00% 7,5% 33,33% 17,6%
01.01.1973 – 31.12.1976 20,00% 7,0% 33,33% 17,6%
01.01.1977 – 30.06.1982 17,60% 7,0% 33,33%
01.07.1982 – 31.12.1985 18,60% 4,0% / 5,5% / 7,0% 33,33%
01.01.1986 – 30.06.1986 18,60% 4,0% / 5,5% / 7,0% 33,33%
01.07.1986 – 16.09.1987 18,60% 2,1% / 4,0% / 5,5% / 7,0% / 13,0% 33,33%
17.09.1987 – 30.11.1988 18,60% 2,1% / 4,0% / 5,5% / 7,0% / 13,0% 33,33% 28,0%
01.12.1988 – 31.12.1988 18,60% 2,1% / 4,0% / 5,5% / 7,0% / 13,0% 28,00%
01.01.1989 – 07.09.1989 18,60% 2,1% / 5,5% / 13,0% 28,00%
08.09.1989 – 31.12.1989 18,60% 2,1% / 5,5% / 13,0% 25,0% / 28,0%
01.01.1990 – 12.09.1990 18,60% 2,1% / 5,5% / 13,0% 25,00%
13.09.1990 – 28.07.1991 18,60% 2,1% / 5,5% / 13,0% 22,00%
29.07.1991 – 31.12.1992 18,60% 2,1% / 5,5% 22,00%
01.01.1993 – 31.07.1995 18,60% 2,1% / 5,5%
01.08.1995 – 31.03.2000 20,60% 2,1% / 5,5%
01.04.2000 – 31.03.2012 19,60% 2,1% / 5,5%
01.04.2012 – 31.03.2013 19,60% 2,1% / 7,0%
01.04.2013 – 31.12.2013 19,60% 2,1% / 5,5 / 7,0%
Seit 01.01.2014 20,00% 2,1% / 5,5 / 10,0%

Umsatzsteuertermine Frankreich

Abgabetermine der Umsatzsteuer in Frankreich


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Gedruckt am Dienstag, den 28.03.2017 .

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