S

hallo

Sprungnavigation

Direkt zum Inhalt, zur Hauptnavigation, zur Unternavigation, zur Suche

Hauptnavigation

Das Informationsportal zum
Thema Umsatzsteuer aus
aller Welt.

Mehrwertsteuer in Portugal

Imposto sobre o valor acrescentado (IVA)

Das Land Portugal liegt am südwestlichen Ende Europas. Mit einer Fläche von etwa 92.000 km² weiß es etwa die Größe von Österreich auf, erscheint neben dem großen Land Spanien, das als einziges Land an Portugal angrenzt, aber relativ klein. Portugal nimmt neben Spanien etwa ein Sechstel der iberischen Halbinsel ein. Die Besiedelung des Landes ist sehr unterschiedlich verteilt. Ein Großteil der Einwohner lebt im nördlichen Teil des Landes und in den beiden größten Städten Lissabon und Porto. Portugal kann bis Ende des 20. Jahrhunderts auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Geprägt von Unruhen, wechselnden politischen Führungen und Einführung des Sozialismus galt das Land lange Zeit als Auswanderungsland. Erst 1976 wurde das Land aus dem Sozialismus heraus wieder in eine Marktwirtschaft geführt. Aufgrund der geographischen Lage und der lang anhaltenden politischen Unruhen, konnte Portugal allerdings nicht auf eine bestehende Industrie aufbauen. Vielmehr wurde traditionell Landwirtschaft betrieben, die jedoch nach dem Beitritt in die EU im Jahr 1986 den Wettbewerb mit anderen EU-Ländern schwer standhalten konnte. Demzufolge musste sich Portugal im globalen Markt neu orientieren. Die malerischen Landschaften entlang der Küste haben dazu beigetragen, dass Portugal in den letzten Jahren im Tourismussektor einen erheblichen Zuwachs erleben konnte.

Mit dem Beitritt in die EU wurde auch die Mehrwertsteuer – die “Imposto sobre o valor acrescentado” abgekürzt mit IVA – eingeführt. Geregelt wird diese im Mehrwertsteuergesetz, das in der Landessprache “Código do Imposto sobre o Valor Acrescentado” oder kurz CIVA genannt wird. Mit einem Steuersatz von 16% und einem ermäßigten Steuersatz von 8% wurde ein relativ hoher Satz für das wirtschaftlich schwache Land angesetzt. Daneben gab es auch noch einen erhöhten Satz von 30%. Mit den Jahren folgten verschiedene Veränderungen, darunter im Jahr 2008 auch eine leichte Steuersenkung um die inländische Kaufkraft zu stärken. Seit 2011 gilt nun ein Steuersatz von 23%, sowie ein ermäßigter Steuersatz von 6% und ein Zwischensteuersatz von 13%.

  • Der ermäßigte Steuersatz gilt zum Beispiel für
    • Nahrungsmittel
    • Arzneimittel
    • Medizinische Geräte
    • Personenbeförderung
    • Bücher, Zeitungen, Zeitschriften
    • kulturelle Veranstaltungen
    • landwirtschaftliche Güter
    • Hoteldienstleistungen
  • Der Zwischensatz von 13% findet Anwendung auf:
    • Wein
    • landwirtschaftliche Geräte
    • Treibstoff für die Landwirtschaft
    • Geräte und Leistungen im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien

Trotz einem stetigen Anstieg des Wirtschaftswachstums und des Exportvolumens liegt der Pro-Kopf-BIP bei etwa 73 % des Durchschnitts innerhalb der EU. Ausgeführt werden hauptsächlich Textilien, Holzprodukte und elektrische Geräte. Haupthandelspartner sind Spanien, gefolgt von Deutschland und Frankreich, sowie Angola und Großbritannien. Drittländer spielen sowohl beim Import als auch beim Export keine führende Rolle. Die Handelsbilanz weiß seit Jahren ein erhebliches Defizit auf, was auf eine wenig konkurrenzfähige und schwache Wirtschaft schließen lässt.

Bei innergemeinschaftlichen Transaktionen wird die “Numero de identificaçao fiscal” – kurz NIPC benötigt. Allerdings hat sich die gängige Praxis durchgesetzt, dass alle Rechnungen mit dieser Nummer versehen werden müssen. Ausfuhrlieferungen in Drittländer sind von der Umsatzsteuer befreit. Die innergemeinschaftlichen Lieferungen unterliegen dem EU Standard der Steuerbefreiung bei vorliegen der Umsatzsteueridentifikations-Nummer.

Einen Sonderstatus nehmen Madeira und die Azoren ein. Zwar gehören Sie zum Staatsgebiet, es gelten jedoch andere Steuersätze. So liegt der Normalsatz bei 16%, sowie der ermäßigte Steuersatz bei 4%. Der Zwischensteuersatz wurde mit 9% festgelegt.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Erhöhter Satz Zwischensatz
01.01.1986 – 31.01.1988 16,0% 8,0% 30,0%
01.02.1988 – 23.03.1992 17,0% 8,0% 30,0%
24.03.1992 * – 31.12.1994 16,0% 5,0% 30,0%
01.01.1995 – 30.06.1996 17,0% 5,0%
01.07.1996 – 04.06.2002 17,0% 5,0% 12,0%
05.06.2002 – 30.06.2005 19,0% 5,0% 12,0%
01.07.2005 – 30.06.2008 21,0% 5,0% 12,0%
01.07.2008 – 30.06.2010 20,0% 5,0% 12,0%
01.07.2010 – 31.12.2010 21,0% 6,0% 13,0%
seit 01.01.2011 23,0% 6,0% 13,0%

Hinweis:
* Am 24. März 1992 hat Portugal den Nullsatz abgeschafft. Lieferungen von Gegenständen und
Dienstleistungen, die bis dahin dem Nullsatz unterlagen, werden jetzt mit 6% besteuert.


Die URL dieser Seite ist: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/umsatzsteuer-portugal.html
Gedruckt am Dienstag, den 23.05.2017 .

Alle Informationen wurden nach besten Wissen erstellt.
Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen kann jedoch keine Haftung übernommen werden.

Die Texte und Grafiken auf www.die-mehrwertsteuer.de sind urheberlich geschützt.
Jede Vervielfältigung bedarf der schriftlichen Genehmigung durch uns.
Beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: http://www.die-mehrwertsteuer.de/de/nutzungsbedingungen.html

© Copyright by FRASUDIA UG (haftungsbeschränkt) | www.die-mehrwertsteuer.de


Notizen: