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Mehrwertsteuer in Ungarn

Általános forgalmi adó

Die Republik Ungarn liegt mit einer Größe von etwa 93.000 km² und etwa 10 Millionen Einwohnern zwischen den Ländern Österreich, Slowakei, Ukraine, Rumänien, Serbien, Kroatien und Slowenien. Mit der Öffnung des Ostblocks erhielt auch Ungarn wieder die Möglichkeit, sich marktwirtschaftlich zu entwickeln. Allerdings nahm das Land bereits unter dem sowjetischen Einfluss eine Sonderstellung ein. Bereits seit den 60er Jahren erlaubte das Staatsoberhaupt zahlreiche Liberalisierungen, was sich zu einer abgeschwächten Form des Sozialismus entwickelte und als “Gulaschkommunismus” bezeichnet wirde. Nicht zuletzt dieser liberalen Haltung ist es zu verdanken, dass Ungarn einen maßgeblichen Anteil an der friedlichen Wende und der damit verbundenen Öffnung der DDR hatte. Bereits im Juni 1989 wurde die Grenze zwischen Ungarn und Österreich offiziell geöffnet.

Wirtschaftlich musste sich das Land anschließend neu orientieren. Heute nimmt der Tourismus einen groß Anteil am Dienstleistungssektor ein. Die wichtigsten Regionen sind dabei der Plattensee, die Puszta, sowie die Hauptstadt Budapest. Aufgrund der hohen Fruchtbarkeit des Landes hat die Landwirtschaft nach wie vor einen hohen Stellenwert. Zwar hat Ungarn unter der letzten Wirtschaftskrise schwer zu kämpfen, man darf aber nicht die rasante Entwicklung übersehen, die das Land in den letzten beiden Jahrzehnten vollzogen hat. 2004 erreichte Ungarn den Beitritt in die EU, was einerseits zu einer relativ hohen Inflationsrate führte, aber gleichzeitig auch die Möglichkeiten des Im- und Exportes erheblich eröffnete

Die Mehrwertsteuer wurde in Ungarn bereits 1988 mit einem relativ hohen Satz von 25% und einem ermäßigten Satz von 15% eingeführt. Zwar wurde der ermäßigte Satz in den folgenden Jahren nach unten korrigiert, aber erst 2006 erfolgte eine merkliche steuerliche Entlastung durch die Absenkung des Normalsatzes auf 20%. Seit 2009 führt Ungarn zusammen mit Dänemark und Schweden die traurige Spitze mit dem Umsatzsteuersatz von 25% an. 2012 setzt die Regierung nun nochmal eines drauf, und erreicht, dass mit der Erhöhung des Normalsteuersatzes um 2% auf 27%, Ungarn die höchste Umsatzsteuer innerhalb der Europäischen Union erhebt.

Seit 2012 gilt nun der Steuersatz von 27%, ein ermäßigter Satz von 5%, sowie der im Jahr 2009 eingeführte Zwischensteuersatz von 18%.

Der Zwischensteuersatz von 18% gilt seit 2009 für Milch und Milchprodukte sowie für Getreideprodukte. Damit sollten wenigsten die Grundnahrungsmittel eine leichte Steuerermäßigung erhalten, da alle anderen Nahrungsmittel dem vollen Steuersatz unterliegen.

In Ungarn haben alle Unternehmer die berechnete Umsatzsteuer abzüglich der geltend gemachten Vorsteuer an das Finanzamt abzuführen. Kleinunternehmer mit einem Jahresumsatz von 19.700 Euro sind von dieser Pflicht befreit, können sich aber auf Antrag für die Versteuerung freiwillig verpflichten. Der Vorteil liegt darin, dass in diesem Fall auch die Vorsteuer gezogen werden darf, was je nach Branche unter Umständen günstiger ist.

Im Internationalen Handel konnte Ungarn das Volumen in den Jahren 2004 bis 2008 verdoppeln, was sicherlich mit dem EU Beitritt ermöglicht wurde. Hauptexportgüter sind vor allem Maschinen und Fahrzeuge. Daneben spielen Nahrungsmittel, wie Wein oder Gemüse eine große Rolle. Haupthandelspartner ist mit über 25% Deutschland, daneben haben sich Italien, Rumänien, Österreich, die Slowakei und Frankreich ebenfalls zu wichtigen Exportländern entwickelt.

Für innergemeinschaftliche Geschäftsbeziehungen benötigt man in Ungarn die “Közösségi adószám”. Diese Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besteht aus dem Landeskennzeichen “HU” sowie einen Block mit acht Ziffern. Gemäß den EU-Richtlinien wird diese Nummer zur ordnungsgemäßen Versteuerung innerhalb der Europäischen Union benötigt.

Entwicklung der Steuersätze

Zeitraum Normalsatz Ermäßigter Satz Zwischen Satz
01.01.1988 – 31.12.1992 25,0% 15,0%
01.01.1993 – 31.07.1993 25,0% 6,0%
01.08.1993 – 31.12.1994 25,0% 10,0 %
01.01.1995 – 31.12.2003 25,0% 12,0%
01.01.2004 – 31.12.2005 25,0% 5,0% 15,0%
01.01.2006 – 31.08.2006 20,0% 5,0% 15,0%
01.09.2006 – 30.06.2009 20,0% 5,0%
01.07.2009 – 31.12.2011 25,0% 5,0% 18,0%
seit 01.01.2012 27,0% 5,0% 18,0%

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Gedruckt am Dienstag, den 17.01.2017 .

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